Mir stinkts!

3. Dezember 2013

In letzter Zeit nehme ich den Gestank in meiner Stadt besonders intensiv wahr. Autoabgase. Rauchschwaden von verkokeltem Müll in den Aschenbechern an der Bushaltestelle…Ekelhaft. Und wahrscheinlich auch sehr ungesund. Am schlimmsten ist es, mit dem Fahrrad hinter einem Diesel den Berg rauf zu fahren. Und von letzteren beiden gibts hier verdammt viele. Bäh!

Zu Weihnachten wünsche mir ein großes Pappschild auf dem steht:

EURE AUTOS STINKEN!

Ob es was helfen würde weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man nur blöd angeguckt oder angepöbelt. Ganz in Wuppertaler Manier. Egal. Irgendwo muss mein Frust ja hin.

 

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Trier

15. Oktober 2012

Die letzte Woche war sehr erholsam. Da meine „Gastfamilie“ schwer am arbeiten war, konnte ich die Zeit hauptsächlich alleine verbringen und das hat soo gut getan. Zwar ist es schon nett wenn man seine Erlebnisse mit jemandem teilen kann, allerdings ist man doch freier, wenn man aus dem Bauch heraus entscheiden kann, wozu man gerade Bock hat. Trier lässt sich übrigens ganz wunderbar mit einem Fahrrad erkunden, da es überall relativ eben ist.

Ich denke, ich habe mir so gut wie alle Touri-Attraktionen angeschaut die es dort so gibt, habe aber nicht alle fotografiert. In manchen Kirchen wurde außerdem darum gebeten, Fotos von deren Inneren nicht ins Netz zu stellen. Mach ich also nicht. Dennoch starte ich hier mal eine kurze, virtuelle Sightseeing-Tour um den geneigten Leser an meinem Urlaub teilhaben zu lassen.

Los gehts auf der Römerbrücke, die älteste Brücke Deutschlands. Aus irgendeinem Grund habe ich die Brücke selbst garnicht fotografiert, sondern nur die Sicht von der Brücke aus…

In Trier gibt es insgesamt acht mal ein Weltkulturerbe, die Römerbrücke ist eins davon. Ihre Pfeiler sind schon ca. 150 n. Christus erbaut worden.

Erwähnte ich, dass das Wetter super war?!

In Trier gibts ziemlich viele Katholische Kirchen, bzw. Basiliken. Dort, in St. Matthias, liegen angeblich die Gebeine des Apostels Matthias.

(Finde den Mönch!)

Hier sieht man links im Hintergrund des Palasts die Konstantinbasilika – auch ein Weltkulturerbe. Früher wurde sie von Kaiser Konstantin als Thronsaal genutzt, heute beherbergt sie eine evangelische Gemeinde. Dort gibts täglich (außer Sonntags) um halb 12 eine Zehn-Minuten-Andacht – lohnt sich.

Die moderne Dame im Palastgarten trägt gestricktes Geschmeide…

Der (Patchwork-) Dom darf auf dieser virtuellen Tour durch Trier natürlich nicht fehlen. Der rechte Turm ist übrigens nur deshalb höher als der linke, weil der Dom durch den „Neubau“ einer bürgerlichen Kirche in der Höhe überragt wurde. Das ging natürlich nicht… Also noch ein Stockwerk drauf! Dort ist nun das Glockenspiel untergebracht. Teile vom Dom stammen aus der Römerzeit um ca. 350 n. Christus. Insgesamt lassen sich im Bauwerk mehrere Baustile aus verschiedenen Epochen erkennen, da der Dom immer mal wieder abgerissen, umgebaut und erweitert wurde. Auf dem Foto ist rechts neben dem Dom ein Teil von der Liebfrauen-Kirche zu sehen.

Apropos Römerzeit: Die Porta Nigra, ein (bzw. das!) Stadttor von Trier darf natürlich nicht fehlen.

Dann gibts da noch, etwas außerhalb vom Zentrum, diese unscheinbare, gelbe Kirche, St. Paulin. Bei meinem letzten Besuch der Stadt bin ich nicht rein gegangen und das war ein Fehler, denn diesen Anblick möchte man immer wieder genießen. Ich glaubte, ich sei in Italien…

In der Nähe vom Dom gibts einen Spielzeugladen und irgendwie musste ich an Frau K. denken, die an diesen kleinen Freunden sicherlich ihre Freude gehabt hätte:

Die Schnecke mochte ich am Liebsten…

Die Säule dort oben auf dem Berg ist die Mariensäule. Schon am ersten Tag beschloss ich, dass ich da unbedingt hoch muss. War irgendwie so ein Anfall von ‚Ich -muss-mir-jetzt-mal-selbst-was-beweisen-Gedööhns“.

Sportlich wie ich bin (*räusper*) erklomm ich die Himmelsleiter (605 Stufen) und konnte die Aussicht genießen:

Zurück auf der Erde – diesmal auf der anderen Seite des Tals – schon wieder Römer-Spuren. Die Arena. In ihr hatten wohl damals, als die Sitze noch nicht in irgendwelche anderen Gebäude verbaut wurden, Platz für über 20.000 Menschen. Dieses Highlight entpuppte sich irgendwie als etwas Touri-unfreundlich, da es keine Tafeln gab, die man hätte lesen können, sondern nur so bescheuerte Automaten, die einem gegen den Betrag von 1 € was über das Bauwerk erzählt hätten. So war das Ding nicht gerade spektakulär und selbst den ermäßigten Eintritt nicht wirklich wert (wobei sich die eine der zwei Bänke auf der rechten Seite zum ‚Sonne ins Gesicht scheinen lassen‘ als äußerst brauchbar erwies).

Das Karl Marx -Haus war da irgendwie informativer, wenn auch relativ unspannend, da es kaum Exponate bot, sondern hauptsächlich Infotafeln zum lesen.

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Samstag Abend fand ich mich Abends in einer zweifelhaften Cocktailbar in einer Runde von sechs Medizinern wieder. Irgendwie interessant, dass Ärzte sowohl beruflich wie privat meist unter sich bleiben – sie sind doch eigentlich so nett und würden sie etwas weniger über ihren Job reden, auch durchaus massenkompatibel… 😉

Sonntag ging es dann wieder nach hause. Es war eine gute Zeit und Trier ist wirklich eine schöne Stadt und einen Besuch wert!

Eines Morgens…

21. Mai 2012

…war die Fahrt zur Arbeit anders als sonst…

 

Präsentiert wurde ihnen dieser Streich von den Mitbewohnern ihres Vertrauens.  🙂

Arboretum

16. August 2011

In einem Arboretum werden möglichst viele verschiedene Bäume oder auch Sträucher (aus aller Welt) gesammelt. Gestern entdeckte ich einen Teil der mir naheliegendsten und gleichzeitig flächenmäßig größten Gehölzsammlung der Bundesrepublik auf meinem Himbeer-roten Traum.

Nachdem ich mir aus dem Internet meine Startkoordinaten raus gesucht hatte und im Mercedes mit Chauffeur am Startpunkt ankam (man will ja nicht vorher schon aus der Puste sein), schwang ich mich auf den Drahtesel und suchte nach dem für mich versteckten Schatz. Der Geruch der Nadelhölzer und der anderen Bäume war toll und viele davon habe ich noch nie gesehen. Diese Riesen-Friedhofsraketen beispielsweise, die unglaublich (schon fast lächerlich) hoch sind und so aussehen, als hätte sie irgendjemand angespitzt.

 

 

Da ich eigentlich nicht wegen der Bäume da war, habe ich mir nicht gemerkt wie die Exemplare heißen, aber auch ohne botanische Ausbildung ist zu erkennen, dass sie eigentlich nicht hierher gehören.

 

 

 

 

Die Artenvielfalt im Arboretum ist wirklich beeindruckend. Zum Teil entdeckt man sogar solche (Charakter-)Bäume die, vermutlich vor Freude über die Pflege in ihrem geschützten Lebensraum, nach allen Seiten hin ausschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

Von weitem erkennt man die einzelnen Baumgruppen und spätestens jetzt sieht auch ein Laie wie ich, dass hier vielleicht sogar geheime „Baumexperimente“ stattfinden.

 

 

 

 

Hie und Da kreuzte ein großer, brauner Käfer meinen Pfad – vermutlich ein stiller Gruß von Herrn Kolbe, nach dem übrigens ein Großteil des Wanderweges benannt ist.

 

Nach drei Stunden war der Schatz gehoben und ich mit mir und der Welt höchst zufrieden. Noch schöner wäre es ohne den gemeinen Holzbock gewesen, von dem fünf Exemplare bereits auf dem Weg von meinem Blut kosten wollten (und einer schaffte es sogar). Zuhause habe ich dann noch zwei weitere von meinem Körper gepflückt und dem Feuertod ausgesetzt. Ekelhaft. Das Gefühl was ich jetzt habe erinnert stark an das, was man damals bei der Kopflaus-Untersuchung in der Schule bekam…

 

…und an Hypochondrie.