Bevor das Jahr zuende geht…

31. Dezember 2013

Noch schnell ein kleiner Post.

Fall Sie jetzt einen Jahresrückblick oder eine Bewertung von 2013 erwarten muss ich Sie leider enttäuschen.

Ich will jetzt nicht sagen, dass es ein Jahr war wie jedes andere auch – davon kommen hoffentlich noch ganz viele, die immer anders sind. Aber es war eben nur ein weiteres Jahr Leben auf diesem Planeten der von Menschen bevölkert wird, die nichts besseres zu tun haben, als an der Supermarktkasse zu drängeln und die Umwelt zu verschmutzen. Dass ich meine Mitmenschen nur bedingt beeinflussen kann, habe ich mittlerweile gelernt und habe ein Stück weit von meinem Narzismus ablassen können. Es gelingt mir immer öfter, mich nicht mehr über SUVs aufzuregen und darüber, dass die Leute mit gutem Gewissen viel zu viel Fleisch verspeisen und damit die unwürdigen Haltungsbedingungen der „erzeugten“ Tiere unterstützen. So fühle ich mich immer öfter „comfortably numb“ diesen Problemen gegenüber und habe damit ausreichend Zeit, mich wieder den überzogenen Erwartungen an mich selbst zu widmen.

Wo ich nächstes Jahr hin will steht noch nicht fest. Das Ziel, einen Job aufzunehmen und ein „geregeltes“ Einkommen zu haben, habe ich gerade erreicht. Blut, Schweiß und Tränen stecken darin. Und es ist schön, dass es endlich geschafft ist.

Schauen wir mal.

 

Gestern auf einem Bauwagenplatz gewesen und dort einem Punk-Konzert beigewohnt. Viele Menschen getroffen, die „ausgestiegen“ sind. Für die Augen eines (derzeit funktionierenden) Rädchens der Gesellschaft kuriose Erscheinungen, die man wohl sonst nur in einer „Menschen hautnah“-Doku sieht.

Zum Beispiel Mascha. Mascha hat breite Schultern, die in einem Oliv-grünen Tank-Top stecken und bedeckt sind, von wunderschönem, langen braunem Haar. Normalerweise bleibt sie lieber in ihrem Wohnwagen und unterhält sich mit ihrem besten Freund Kruno. Nur selten traut sie sich hervor, aber wenn, dann sind alle begeistert und umarmen sie liebevoll. Mit ihrer tiefen Stimme hat sie für alle ein paar warme Worte übrig – außer für Ämter und Behörden, mit denen Ella gerade Stress hat.
Ella hat eine 9 jährige Tochter und derzeit Streit mit dem Jugendamt, da von der Mutter einer Klassenkameradin der Tochter behauptet wurde, Ella’s Tochter lebe mit ihr auf dem Bauwagenplatz. Das wäre aber nicht so, da dass Kind beim Vater leben würde und wenn überhaupt nur in den Ferien da ist. Und dann gerne. Deshalb will sie das Jugendamt verklagen. Warum weiß sie nicht – ihr wird schon etwas einfallen – denn eine laufende Klage (sei es gegen das Jugendamt oder die Krankenkasse) sollte man immer am laufen halten, damit man „denen“zeigt, dass man noch lebt. Ihr Vater hätte das der Rentenversicherung sogar mal beweisen müssen, da er zufällig aus dem System gefallen war.
Peter hingegen ist freiwillig aus dem „System“ ausgestiegen. Derzeit lebt er von seiner Musik. Früher war er mal LKW-Fahrer, dann wurde er Salsa-Lehrer und jetzt bietet er gestressten End-Zwanzigern und Hausfrauen „Trommel-Kurse“ an, bei denen ums Lagerfeuer und die Kongas getanzt wird. Außerdem ist er ein sehr passabler Schlagzeuger. Peter ist nicht krankenversichert und bezahlt seine jährlichen Zahnarztbesuche aus eigener Tasche. Derzeit ginge ihm sein Zahnarzt wohl auch mächtig auf die Nerven – ob wegen ausstehender Zahlungen oder einer anstehenden Behandlung bleibt mir unklar. Peter sagt, er müsse sich wegen der fehlenden Versicherung gut ernähren und auf sich aufpassen. Dehalb kauft er nur Produkte aus dem Bioladen, inklusive eines Wassers, das bei Mondschein „geerntet“ wird. Zum Abschied schenkt er mir eine Flasche zum probieren.

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Das Leben auf dem Bauwagenplatz erscheint mir hart und ungemütlich – nicht nur weil wir bereits Oktober haben, es dort (normalerweise) kein elektrisches Licht bzw. Strom gibt und es, abseits der Feuertonne, recht „frisch“ ist. Zwar gibt es immerhin ein abschließbares Plumpsklo mit Toilettendeckel und Toilettenpapier, dennoch vermisse ich eine „Spülung“, die unangenehme Gerüche beseitigt und einen Wasserhahn, um mir die Hände zu waschen.
Alle romantischen Vorstellungen vom Leben auf einem Bauwagenplatz sind gestern für mich in der Dunkelheit verschwunden. Für mich wäre das Leben dort einfach zu hart, weswegen ich mich zum „drinbleiben“ entscheiden muss. (Oder aber zum Sommercamping) 😉

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Im Regen stehen…

11. September 2013

ACHTUNG! WARNUNG!

Es folgt eine Andeutung per YT-Video von meinem derzeitigen Vollbad im Selbstmitleid.

 

 

Ich geh dann mal wieder meine Wunden lecken…

 

(Und zu allem Überfluss sehe ich gerade, dass WordPress unter meine Artikel jetzt ein kleines Werbebanner setzen wird. Falls Sie ihn noch nicht haben:

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Alltag

21. Mai 2013

Ich könnte mir natürlich auch über andere Dinge Gedanken machen, als über meine Mitmenschen – mein eigenes Leben beispielsweise – aber manche Leute hinterlassen Eindrücke auf mich, die ich erst einmal verarbeiten muss. Und was für mich viel wichtiger erscheint ist, ihr teils abstruses Verhalten einzuordnen. Ich meine, eine Person, die (aus Gründen, die ich nicht verstehe) Sprüche wie brennende Pfeile verschießt und die dabei zeitgleich ein ähnlich zwanghaftes Verhalten wie Sheldon Cooper zeigt, ist in höchstem Maße irritierend.
Und eine andere wiederum, die jede Antwort auf eine ihr gestellte Frage mit einem Seufzen einleitet um damit ihre Fachlichkeit (und in gewisser Weise auch Macht) zu demonstrieren…

Wissen Sie was!? Eigentlich ist das irritierende Verhalten beliebig. Worauf es für mich ankommt ist zu einer Position zu finden, in der mich ein solches Verhalten kalt lässt. Zu einer Identität, die professionell und selbstbewusst genug ist, um Giftspritzen und Machtgehabe zu ignorieren und einen eigenen Weg zu gehen…

 

 

Hört diese Selbstfindungsgeschichte eigentlich NIE auf?!

Die wichtigen Dinge

31. Dezember 2012

Beim Rückblick auf meinen Blog anno 2012 und das, was ich so gepostet habe fällt mir auf, dass ich trotz der großen Themen in meinem Leben eigentlich hauptsächlich über die kleinen Themen, das Unwichtige geschrieben habe.

Dabei war 2012 eines der härtesten Jahre meines bisherigen Lebens. Und dabei sollte es eigentlich nach dem von Verlust und Trauer gezeichneten Vorjahr besser werden.

Ich war gerade umgezogen – neue Wohnung, neues Glück – wie die Werbung einer hiesigen Wohngesellschaft proklamiert. Und zunächst war es auch so. Wegen der Dinge aus 2011 nicht leicht, aber okay. Ich fand ein Thema für meine Abschlussarbeit und freute mich über meine Eltern, die mich finanziell unterstützten, so dass ich meine zwei Nebenjobs aufhören konnte. Dann im April, einen Tag nach meinem Geburtstag, der erneute Rückschlag und über einen Monat Zwangspause von allem, existenzielle Krise inklusive. Heute frage ich mich, wie ich diese Zeit und die, die darauf folgte überstanden habe.
Und Ende August, als es nochmal besonders schlimm war, ich an einem der dunkelsten Orte meines Lebens saß und nebenbei meine Arbeit schreiben musste, wusste ich, dass wenn ich das überstehe, mich danach nichts mehr so leicht umhauen kann.
Und ich bin dankbar für meine Familie und meine Freunde, die mir da durch geholfen haben, denn ohne sie hätte ich es nicht geschafft.
Ende September konnte ich meine Abschlussarbeit endlich abgeben und in einen wohlverdienten Urlaub fahren, der vermutlich zu den besten meines Lebens gehören wird, bedeutete er doch ein Loslassen von allem, was mich so lange verfolgt hat. Dass die Arbeit und das Kolloquium dann noch mit Bestnote bewertet wurden, läutete endgültig einen neuen Lebensabschnitt ein. Es tat und tut gut, diese Hürde endlich gemeistert zu haben.
Zwar werden die Herausforderungen des Lebens gewiss nicht weniger werden – dennoch hoffe ich aber, dass es jetzt erstmal mit den kleineren Sorgen weiter gehen wird.

Seit Mitte November arbeite ich in einem Job, der mir richtig gut gefällt und bis jetzt sieht es so aus, als hätte 2012 irgendwie doch noch ein gutes Ende gefunden…

Bleibt mir nur noch zu hoffen, dass es nächstes Jahr ruhiger wird und die Welt nicht wieder aus der Bahn gerät.

Und genau das wünsche ich auch Ihnen da draußen! Kommen Sie gut rüber!

Freudentanz

7. November 2012

Und an jenem Mittwoch, als die frisch gebackene Bachelorette (Von wegen Gender, ne?!) nach dem Kolloquium hüpfend das Gebäude der FH verließ, ging ihr nur ein Lied durch den Kopf:

 

Endlich fertig. Wurde ja auch mal langsam Zeit. =)

 

Babyboom

1. November 2012

Zur Zeit gibt es in meinem sozialen Umfeld mehr Frauen mit Babies als ohne.

Und ich stehe wieder mal ratlos im Spielzeugladen vor dem Regal für Säuglinge und werde unfreiwillig darüber belehrt, dass Eisenbahn-Mobiles nix für Mädchen sind (Dabei ist es ohnehin schon schwer genug etwas für die Kleinsten zu finden..).
Und dann höre ich mir zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen die Horror-Geschichte einer Geburt an. Mit PDA. Ohne PDA. 20 Stunden Wehen und dann doch der Kaiserschnitt. Ich weiß wie wichtig es für die Frauen ist darüber zu reden und ich höre ab und an einfach nur angeekelt und erschreckt interessiert zu.
Es ist spannend zu beobachten, was ein solches Ereignis mit Menschen macht, wie es sie verändert und welche neuen Seiten an ihnen hervor kommen, die ich vorher niemals erahnt hätte – und sie selbst wohl auch nicht. Die Axt im Walde wird dort sanft und zärtlich, der allzeit Souveräne erscheint nun hilflos und unbeholfen…

Und an einem Tag wie heute, durchzogen von Kinderlachen und schmatzenden Sauggeräuschen beim Stillen stelle ich mir die Frage was das eigentlich mit MIR macht? Und mal ganz generell: Was macht der Babyboom innerhalb der Peergroup mit denen, die Ende 20, Anfang 30 sind und sich dem „Trend“ entziehen?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen aber ich glaube bei vielen meiner babylosen Altersgenoss(inn)en löst der vermehrte Anblick von Babybäuchen, Frauen mit Spucktüchern um den Hals  und Vätern, die ihren Nachwuchs in die Luft werfen ein nagendes Gefühl des Anachronismus aus, welches (mich jedenfalls) zwischendurch auch ausgesprochen nerven kann: Das Ticken der inneren Uhr spielt Poker mit der Vernunft und den damit verbundenen Gründen, aus denen heraus man sich (bislang) gegen das vermeintliche Babyglück entschieden hat. Seien es nun berufliche, gesundheitliche, beziehungstechnische oder auch einfach andere Argumente, die gegen ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt sprechen.
Dieses Ringen mit der Vernunft fordert oftmals viel Kraft von denen, die diesen inneren Kampf ausfechten und gerade deshalb schmeckt das Babyglück der anderen manchmal etwas bitter, muss man sich doch ständig fragen lassen (und – viel wichtiger – daraufhin sich selber fragen) wann es denn bei einem selbst so weit ist.
Und nicht nur das stellt eine Gefahr für bestehende Freundschaften dar – es macht einfach keinen Spaß über Stillhütchen zu reden, wenn man selbst nicht mitreden kann. Und es scheint ja auch ein Dilemma zu sein, denn wie wollen Mütter über andere Dinge reden, wenn sie wegen der lieben Kleinen so gut wie nicht mehr vor die Tür kommen?!

Was letztlich alles irgendwie auf die Frage hinausläuft ob es wirklich die eigene Fortpflanzung oder nicht doch besser eine zweite Katze sein soll…

*Hmpf.