Mir stinkts!

3. Dezember 2013

In letzter Zeit nehme ich den Gestank in meiner Stadt besonders intensiv wahr. Autoabgase. Rauchschwaden von verkokeltem Müll in den Aschenbechern an der Bushaltestelle…Ekelhaft. Und wahrscheinlich auch sehr ungesund. Am schlimmsten ist es, mit dem Fahrrad hinter einem Diesel den Berg rauf zu fahren. Und von letzteren beiden gibts hier verdammt viele. Bäh!

Zu Weihnachten wünsche mir ein großes Pappschild auf dem steht:

EURE AUTOS STINKEN!

Ob es was helfen würde weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man nur blöd angeguckt oder angepöbelt. Ganz in Wuppertaler Manier. Egal. Irgendwo muss mein Frust ja hin.

 

Im Regen stehen…

11. September 2013

ACHTUNG! WARNUNG!

Es folgt eine Andeutung per YT-Video von meinem derzeitigen Vollbad im Selbstmitleid.

 

 

Ich geh dann mal wieder meine Wunden lecken…

 

(Und zu allem Überfluss sehe ich gerade, dass WordPress unter meine Artikel jetzt ein kleines Werbebanner setzen wird. Falls Sie ihn noch nicht haben:

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Erkenntnis des Tages

13. Juli 2013

 

Wenn in ihrer Lieblingskneipe die Klos renoviert werden wird es Zeit, sich eine neue zu suchen.

Warum?!
Gestern mal wieder im Luisenviertel unterwegs gewesen. Was früher ein beliebter Ort für Studenten mit wenig Geld war, die etwas Spaß haben wollten, ist mittlerweile zu einem Ort für Studenten geworden, die Geld verdienen wollen. Sie bedienen ihre Zukunft: Ewig junggebliebene Juppies Ende 40 – Pädagogen, Psychologen, Kinderärzte, Architekten und Grafiker. Und das in den Kneipen und Bars, die früher zwar keine Blumen auf dem Tisch und keinen Wein und Bionade auf der Speisekarte stehen, dafür aber noch ordentliches Bier hatten.
Der Siegeszug der Latte-Macchiato-Mütter, die bei Bio-Sofie essen, bei Frau Wunder ihre Kinderwäsche und im Lakritzkontor ihren Süßkram erstehen, schreitet unaufhaltsam voran.
Die Gentrifizierung des Luisenviertels hat ihren Höhepunkt erreicht. Neulich gab es so Kuriositäten wie einen „Französischen Gourmetmarkt“, gestern ein „Open-Air“ des Sinfonie-Orchesters – wobei letzteres ja zugegebenermaßen eigentlich auch ziemlich cool ist…
Okay… es können halt nicht alle nach Berlin… Dennoch fühle ich mich fremd, wo ich einst beheimatet war.

Nennen Sie mich ruhig eine Kulturbanausin und altenfeindlich aber in Zukunft werde ich mich wohl doch in anderen Gefilden Wuppertals rumtreiben… Das Bedürfnis nach Distinktion wohnt auch in meinem beschränkten Geist…

Lasagne al Ross(o)

15. Februar 2013

Als ich im Radio davon hörte, dass nun auch in einer Lasagne von „real“ Spuren von Pferdefleisch gefunden wurden, dachte ich mir nur, dass ein Werbeslogan wohl nie passender war: „Einmal hin, alles drin“.

Glück für die Fleisch- und Fertigproduktindustrie, dass heute ein Meteor in die Erdatmosphäre eingetreten ist und es so viel Bildmaterial dazu gibt. Da rutscht die Berichterstattung über „Ross-Bratwurst“ und co. bei SpOn direkt ans andere Ende der Webside und statt „Schimmel – Salami“ gibts jetzt Armageddon-Panik im Fernsehn…
Trotzdem muss ich noch oft über den Pferdefleischskandal nachdenken.

Frau Aigner möchte jetzt DNA-Tests durchführen lassen um zu überprüfen, in welchen Produkten noch alles Hotte-Hü steckt. Geht das nicht ein bisschen zu weit?! Mir als Vegetarierin jedenfalls ist das zu teuer. Und in meinen Augen unnötig. Krank wird man nicht von Fury oder Black-Beauty, es sei denn, sie verpassen dem Carnivoren in lebendem Zustand einen gepflegten Tritt in den Allerwertesten – oder sonst wohin.
Bei den Preisen müssen die Hackfleischliebhaber einfach damit rechnen, dass die Lasagne nicht mit Tatar hergestellt wird, sondern mit dem ganzen Schrott, der von der Massentierhaltung übrigbleibt.
Und ich würde sogar behaupten, dass in jedem Supermarkt-Hähnchen mehr Medikamente drin stecken, als in Mr. Ed’s Muskelfleisch. Die meisten Leute wissen das. Und essen es trotzdem. Es gibt genug Berichterstattungen darüber, dass das spätere Schnitzel eben nicht auf einer grünen Weide steht und sich natürlich fortpflanzt. Das spätere Schnitzel steht auf leicht zu reinigenden Metall-Gittern und fristet sein trostloses Dasein mit Fressen, Scheißen und Dösen. Medikamente gibt es täglich über das Trinkwasser, damit die Tiere die Haltungsbedingungen überleben. Tageslicht und Frischluft gibts erst beim kurzen Moment zwischen Stall und Tiertransport zum Schlachter. Bei Hühnern noch nicht mal dann. Es geht ausschließlich um Profit. Mit allen Mitteln wird billiges Fleisch erzeugt. Jedweder Respekt vor dem fühlenden Lebewesen fehlt. Und ebenso der Respekt vor dem Verbraucher, der bei seiner Lasagne ohne Zweifel getäuscht wurde und sich gleichzeitig über die normalen Produktionsbedingungen ihrer Nahrung konsequent und gerne täuschen lässt.
Es wissen doch alle, wo ihr Fleisch herkommt.
Und trotzdem regen sich noch so viele über derartige Vorfälle auf. Sie fordern eine genaue Aufklärung des Skandals. Ich muss dann an Kant denken, der in einem anderen Zusammenhang einmal schrieb:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
(Immanuel Kant: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift 4 (1784), S. 481-494)

 

Wer Fleisch aus Massentierhaltung kauft (und in einer Fertiglasagne wird sicher kein anderes Fleisch verarbeitet) und isst, der muss es auch verdauen. Mit allen Zusätzen. Ob nun Pony oder Medikamente.

Ich habe fertig.

 

Medizynicus rief jüngst zur Bewerbung zum Kafka-Award-2013 auf, bei dem es um den Titel für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Bürokratie im Gesundheitswesen geht. Da will ich mich nicht lumpen lassen und schicke hiermit meinen Beitrag ins Rennen:

Die Studentisch-Private Krankenversicherung

Herzlichen Glückwunsch zum 25 Geburtstag! Sie sind StudentIn und ihr Vater bekommt für Sie von seinem Arbeitgeber nun keine Beihilfe mehr, somit steigt der monatlich zu zahlende Versicherungsbeitrag für Ihre private Krankenversicherung auf ca. 250€ an, nebst 20€ für Ihre Pflegeversicherung.
Um den Betrag auf ein zahlbares Maß zu reduzieren müssen Sie entweder
A) neben Ihrem Vollzeit-Studium ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis eingehen um in die gesetzliche Kasse wechseln zu können oder
B) eine studentisch private Krankenversicherung abschließen, die Sie zum Sonderschleuderpreis von ca. 130€ monatlich plus 20€ für die private Pflegeversicherung erhalten. Dafür dürfen die behandelnden Ärzte mit uns den 1,1 – 1,7 fachen Satz der GOÄ berechnen – quasi genau so viel (teilweise auch weniger) wie für einen normalen Kassenpatienten. Sie erhalten also die selben Leistungen wie in der Gesetzlichen Versicherung, bezahlen aber das Doppelte (und bekommen vom BAföG-Amt trotzdem nur einen KV-Abschlag von 68€) plus einen hohen Bürokratieaufwand und damit verbundenes schwaches Nervenkostüm extra!

Sie nehmen Möglichkeit B weil Sie kein Arbeitgeber für nur drei Monate in Teilzeit einstellen will bzw. ihr Turbo-Bachelor das ohnehin nicht erlaubt?

Hervorragend! Denn nun geht der Spaß erst richtig los. Da Sie Student sind und ihnen damit weniger Geld zur Verfügung steht als einem ALG II-Empfänger, gehen wir als Versicherer davon aus, dass Sie ihre Arztrechnungen nicht erst einmal selbst begleichen können (Das heißt, eigentlich denken wir das schon – aber dazu später…). Deshalb rechnen wir in diesem Fall, als private Krankenversicherung, ausnahmsweise selbst mit dem Arzt ab.
Um dieses Abrechnungsverfahren zu erleichtern bekommen Sie als Patient dafür aber keine Versichertenkarte, die jede/s Arztpraxis/Krankenhaus etc. durch ein Lesegerät ziehen kann – nein – Sie bekommen einen Ausweislappen im DIN A6 Format, der selbstverständlich NICHT in Ihr Portemonaie passt und den Sie halbjährlich in einer Bastelstunde mit einer Beitragsmarke bekleben müssen. Diese schicken wir ihnen bei fristgerechtem Eingang des Versicherungsbeitrags zu Semesterbeginn zu.
Bei jedem Arztbesuch nehmen Sie bitte ihren Ausweislappen mit. In der Praxis zeigen Sie ihn dann vor, damit die mit ihrem Versichertenstatus völlig aus dem Konzept gebrachten Sprechstundenhilfen staunend bewundern sehen können, dass Sie aktuell bei uns versichert sind. Außerdem geben Sie bitte einen von den beiden leeren, an uns adressierten Briefumschlägen ab, die Sie von uns erhalten haben. Darauf haben wir extra noch (mit Kuli) ihre Versicherungsnummer ergänzt damit wir das besser zuordnen können (falls Sie keine Umschläge mehr haben, rufen Sie uns an, wir schicken ihnen dann innerhalb vier Wochen wieder ZWEI neue zu – planen Sie also ihre Arztbesuche sorgfältig!). Mit diesem Umschlag kann der Arzt seine Rechnung nun direkt an uns schicken und mit uns abrechnen.
Damit der Arzt auch nicht zu viel abrechnet, gibt es unsere Merkblätter, welche Sie bitte ebenfalls zum Arzt mitnehmen. Zum einen das „Merkblatt für Ärzte“ und zum anderen das „Merkblatt für Zahnärzte“ in denen im feinsten Fachchinesisch steht, welche Behandlungen wie abzurechnen sind und das ganze Prozedere mit Umschlag und Ausweislappen nochmals erklärt wird (auch von diesen können wir ihnen falls Sie wirklich einmal zu einem anderen Arzt als den Hausarzt müssen bei Bedarf noch Zweitausfertigungen zusenden).
Der Arzt muss das Merkblatt lesen und sich mit den dort aufgeführten Bedingungen einverstanden erklären. Ist er nicht damit einverstanden und Sie werden wider Erwarten trotzdem behandelt und Sie unterschreiben beim Anmeldebogen in einer neuen Arztpraxis den Wisch für Privatpatienten, müssen Sie die Differenz des von uns festgelegten Leistungsbetrags vom Rechnungsbetrag selbst zahlen.
Ach ja. Und falls der Arzt über die PVS abrechnet, müssen Sie den Rechnungsbetrag ohnehin vorstrecken und für uns einen Leistungsantrag ausfüllen. Wie Sie wissen können, welcher GOÄ-Satz für welche Behandlung von uns übernommen wird, finden Sie am besten selbst heraus (und wir versichern Ihnen, nach der dritten Rechnung, die wir Ihnen nicht vollständig erstatten, haben auch Sie gelernt die Mahnungen von Ärzten zu ignorieren!), denn auch hier müssen Sie sich selbst mit dem Arzt rumschlagen, wenn dieser zu viel berechnet. Die Arschkarte haben dementsprechend immer SIE.
Und nochwas: Selbstverständlich bekommen Sie auch als Studentisch-Privat-Versicherte immernoch Privatrezepte, die Sie zunächst selbst zahlen müssen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich dabei um das 18€ Antibiotikum oder die 150€ Spritzenpackung handelt, die Sie alle 10 Tage benötigen. Es wird nach Einreichung des Leistungsantrags alles gleich schnell abgerechnet. Nämlich im vier Wochen Rhythmus, so dass Sie als Student stets über ein finanzielles Polster über 600€ verfügen sollten (da Apotheken in den seltensten Fällen anschreiben lassen) sowie über genügend Übersicht, Büroklammern und Zeit um die Leistungsanträge auszufüllen und in die Filiale zu tragen (oder über ausreichend Briefmarken um sie zu verschicken).

Bleibt nur noch die persönliche Empfehlung auszusprechen, dass Sie einen nahen Verwandten über die Konditionen und Abläufe unserer Studentisch-Privaten-Krankenverunsicherung schulen, der Sie dann im Falle eines Falles vor zu dicken Krankenhausrechnungen bewahrt. Denn wir zahlen ja alles – aber im Zweifel nichts.

Kann das ein Zufall sein?!

28. Dezember 2012

Beim Streit mit der Kusine (Mobilfunkanbieter) füllte ich gerade ein Kontaktformular aus und ein Wort in der Sicherheitsabfrage lautete doch tatsächlich

„BURGLAR“,

was englisch ist und so viel bedeutet wie „DIEB“.

Nach der heutigen Erfahrung im Laden möchte ich am liebsten kotzen. So geht man nicht mit Kunden um, die diesem *+§$§“!*#=/%$&*!! Verein schon über 10 Jahre lang treu sind…

(andererseits sind das genau die Probleme, nach denen ich mich im April sehnte…)

Da wird sich wohl demnächst eine Kündigung auf den Weg machen…

Ohne Worte.

15. Dezember 2012