Die wichtigen Dinge

31. Dezember 2012

Beim Rückblick auf meinen Blog anno 2012 und das, was ich so gepostet habe fällt mir auf, dass ich trotz der großen Themen in meinem Leben eigentlich hauptsächlich über die kleinen Themen, das Unwichtige geschrieben habe.

Dabei war 2012 eines der härtesten Jahre meines bisherigen Lebens. Und dabei sollte es eigentlich nach dem von Verlust und Trauer gezeichneten Vorjahr besser werden.

Ich war gerade umgezogen – neue Wohnung, neues Glück – wie die Werbung einer hiesigen Wohngesellschaft proklamiert. Und zunächst war es auch so. Wegen der Dinge aus 2011 nicht leicht, aber okay. Ich fand ein Thema für meine Abschlussarbeit und freute mich über meine Eltern, die mich finanziell unterstützten, so dass ich meine zwei Nebenjobs aufhören konnte. Dann im April, einen Tag nach meinem Geburtstag, der erneute Rückschlag und über einen Monat Zwangspause von allem, existenzielle Krise inklusive. Heute frage ich mich, wie ich diese Zeit und die, die darauf folgte überstanden habe.
Und Ende August, als es nochmal besonders schlimm war, ich an einem der dunkelsten Orte meines Lebens saß und nebenbei meine Arbeit schreiben musste, wusste ich, dass wenn ich das überstehe, mich danach nichts mehr so leicht umhauen kann.
Und ich bin dankbar für meine Familie und meine Freunde, die mir da durch geholfen haben, denn ohne sie hätte ich es nicht geschafft.
Ende September konnte ich meine Abschlussarbeit endlich abgeben und in einen wohlverdienten Urlaub fahren, der vermutlich zu den besten meines Lebens gehören wird, bedeutete er doch ein Loslassen von allem, was mich so lange verfolgt hat. Dass die Arbeit und das Kolloquium dann noch mit Bestnote bewertet wurden, läutete endgültig einen neuen Lebensabschnitt ein. Es tat und tut gut, diese Hürde endlich gemeistert zu haben.
Zwar werden die Herausforderungen des Lebens gewiss nicht weniger werden – dennoch hoffe ich aber, dass es jetzt erstmal mit den kleineren Sorgen weiter gehen wird.

Seit Mitte November arbeite ich in einem Job, der mir richtig gut gefällt und bis jetzt sieht es so aus, als hätte 2012 irgendwie doch noch ein gutes Ende gefunden…

Bleibt mir nur noch zu hoffen, dass es nächstes Jahr ruhiger wird und die Welt nicht wieder aus der Bahn gerät.

Und genau das wünsche ich auch Ihnen da draußen! Kommen Sie gut rüber!

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Babyboom

1. November 2012

Zur Zeit gibt es in meinem sozialen Umfeld mehr Frauen mit Babies als ohne.

Und ich stehe wieder mal ratlos im Spielzeugladen vor dem Regal für Säuglinge und werde unfreiwillig darüber belehrt, dass Eisenbahn-Mobiles nix für Mädchen sind (Dabei ist es ohnehin schon schwer genug etwas für die Kleinsten zu finden..).
Und dann höre ich mir zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen die Horror-Geschichte einer Geburt an. Mit PDA. Ohne PDA. 20 Stunden Wehen und dann doch der Kaiserschnitt. Ich weiß wie wichtig es für die Frauen ist darüber zu reden und ich höre ab und an einfach nur angeekelt und erschreckt interessiert zu.
Es ist spannend zu beobachten, was ein solches Ereignis mit Menschen macht, wie es sie verändert und welche neuen Seiten an ihnen hervor kommen, die ich vorher niemals erahnt hätte – und sie selbst wohl auch nicht. Die Axt im Walde wird dort sanft und zärtlich, der allzeit Souveräne erscheint nun hilflos und unbeholfen…

Und an einem Tag wie heute, durchzogen von Kinderlachen und schmatzenden Sauggeräuschen beim Stillen stelle ich mir die Frage was das eigentlich mit MIR macht? Und mal ganz generell: Was macht der Babyboom innerhalb der Peergroup mit denen, die Ende 20, Anfang 30 sind und sich dem „Trend“ entziehen?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen aber ich glaube bei vielen meiner babylosen Altersgenoss(inn)en löst der vermehrte Anblick von Babybäuchen, Frauen mit Spucktüchern um den Hals  und Vätern, die ihren Nachwuchs in die Luft werfen ein nagendes Gefühl des Anachronismus aus, welches (mich jedenfalls) zwischendurch auch ausgesprochen nerven kann: Das Ticken der inneren Uhr spielt Poker mit der Vernunft und den damit verbundenen Gründen, aus denen heraus man sich (bislang) gegen das vermeintliche Babyglück entschieden hat. Seien es nun berufliche, gesundheitliche, beziehungstechnische oder auch einfach andere Argumente, die gegen ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt sprechen.
Dieses Ringen mit der Vernunft fordert oftmals viel Kraft von denen, die diesen inneren Kampf ausfechten und gerade deshalb schmeckt das Babyglück der anderen manchmal etwas bitter, muss man sich doch ständig fragen lassen (und – viel wichtiger – daraufhin sich selber fragen) wann es denn bei einem selbst so weit ist.
Und nicht nur das stellt eine Gefahr für bestehende Freundschaften dar – es macht einfach keinen Spaß über Stillhütchen zu reden, wenn man selbst nicht mitreden kann. Und es scheint ja auch ein Dilemma zu sein, denn wie wollen Mütter über andere Dinge reden, wenn sie wegen der lieben Kleinen so gut wie nicht mehr vor die Tür kommen?!

Was letztlich alles irgendwie auf die Frage hinausläuft ob es wirklich die eigene Fortpflanzung oder nicht doch besser eine zweite Katze sein soll…

*Hmpf.

Es wird eng…

15. September 2012

und damit meine ich jetzt nicht den Platz auf meinem Boden, sondern die Fertigstellung meiner Thesis.

Spätestens Montag Mittag muss das Ding in Druck und ich bin noch nicht fertig.

Und es sind leider nicht nur Format-Sachen, Silbentrennung oder sonstige kleine Schönheitsaspekte, sondern ich muss noch eine Analyse und ein Fazit schreiben, sowie eine Einleitung und ein Abstract auf Deutsch und Englisch, außerdem ein Titelblatt kreieren und mir den Spass mit dem Inhaltsverzeichnis antun… *würg*

Aber morgen ist ja auch noch ein Tag (und vermutlich eine Nacht), woll?

(Mein Dozent kann mir voraussichtlich erst Montag sagen, ob ich verlängern darf oder nicht… ), deshalb muss ich so tun, als müsste ich Montag zur Druckerei. *oh oh

Herzstück

13. September 2012

Das Herzstück arbeitet in einer von diesen modernen Apotheken im Stadtzentrum, eine von denen die aussehen als seien sie die neueste Version der Raumbasis aus 2001 – Odyssee im Weltraum –  falls sich noch wer daran erinnert. Überall weiße Hochglanzregale, grelles, weißes Licht, klinische Sauberkeit und so gar nichts mehr von der üblichen Apotheken-Atmosphäre mit Medizini-Poster und Junior-Heft. Normalerweise bevorzuge ich ja das old-school-Modell, wo man die 60er noch riechen kann. Schon allein wegen des Personals! Und seit heute sehe ich mich darin noch mehr bestätigt als sonst. Der haarlose, runzlige Apotheker bei mir umme Ecke, der so aussieht, als habe er sämtliche Medikamente in seinem Ladens persönlich getestet, ist letztlich doch kompetenter als das blonde, dem äußerlich dem Werbebild einer intelligenten Apothekenfachkraft entsprechende Herzstück von heute (welches deshalb Herzstück heißt, weil sie, statt eines Namensschildes, einen pinken “Herzstück” Button am Kittel trug). Dabei schlug es sich in der Anfangsphase gar nicht soo schlecht, als sie mir ein fröhliches “Kohmen Si zu mia” in osteuropäischem Akzent zuflötete. Der Rest scheiterte dann aber irgendwie an meinen mangelhaften Skills zur interkulturellen Verständigung und an ihrer nicht gerade charmanten Art mir unmissverständlich mitzuteilen, was sie von meinem Rezept hielt: “Na toll!”

Nicht gerade herzlich vom Herzstück. Dabei dachte ich, dass ich ihr eine Freude mache, wenn ich das teure Medikament in ihrer Apotheke kaufe.

Nee… oder?!

14. März 2012

 

Die tragische Geschichte vom Keinohrhäschen.