Gestern auf einem Bauwagenplatz gewesen und dort einem Punk-Konzert beigewohnt. Viele Menschen getroffen, die „ausgestiegen“ sind. Für die Augen eines (derzeit funktionierenden) Rädchens der Gesellschaft kuriose Erscheinungen, die man wohl sonst nur in einer „Menschen hautnah“-Doku sieht.

Zum Beispiel Mascha. Mascha hat breite Schultern, die in einem Oliv-grünen Tank-Top stecken und bedeckt sind, von wunderschönem, langen braunem Haar. Normalerweise bleibt sie lieber in ihrem Wohnwagen und unterhält sich mit ihrem besten Freund Kruno. Nur selten traut sie sich hervor, aber wenn, dann sind alle begeistert und umarmen sie liebevoll. Mit ihrer tiefen Stimme hat sie für alle ein paar warme Worte übrig – außer für Ämter und Behörden, mit denen Ella gerade Stress hat.
Ella hat eine 9 jährige Tochter und derzeit Streit mit dem Jugendamt, da von der Mutter einer Klassenkameradin der Tochter behauptet wurde, Ella’s Tochter lebe mit ihr auf dem Bauwagenplatz. Das wäre aber nicht so, da dass Kind beim Vater leben würde und wenn überhaupt nur in den Ferien da ist. Und dann gerne. Deshalb will sie das Jugendamt verklagen. Warum weiß sie nicht – ihr wird schon etwas einfallen – denn eine laufende Klage (sei es gegen das Jugendamt oder die Krankenkasse) sollte man immer am laufen halten, damit man „denen“zeigt, dass man noch lebt. Ihr Vater hätte das der Rentenversicherung sogar mal beweisen müssen, da er zufällig aus dem System gefallen war.
Peter hingegen ist freiwillig aus dem „System“ ausgestiegen. Derzeit lebt er von seiner Musik. Früher war er mal LKW-Fahrer, dann wurde er Salsa-Lehrer und jetzt bietet er gestressten End-Zwanzigern und Hausfrauen „Trommel-Kurse“ an, bei denen ums Lagerfeuer und die Kongas getanzt wird. Außerdem ist er ein sehr passabler Schlagzeuger. Peter ist nicht krankenversichert und bezahlt seine jährlichen Zahnarztbesuche aus eigener Tasche. Derzeit ginge ihm sein Zahnarzt wohl auch mächtig auf die Nerven – ob wegen ausstehender Zahlungen oder einer anstehenden Behandlung bleibt mir unklar. Peter sagt, er müsse sich wegen der fehlenden Versicherung gut ernähren und auf sich aufpassen. Dehalb kauft er nur Produkte aus dem Bioladen, inklusive eines Wassers, das bei Mondschein „geerntet“ wird. Zum Abschied schenkt er mir eine Flasche zum probieren.

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Das Leben auf dem Bauwagenplatz erscheint mir hart und ungemütlich – nicht nur weil wir bereits Oktober haben, es dort (normalerweise) kein elektrisches Licht bzw. Strom gibt und es, abseits der Feuertonne, recht „frisch“ ist. Zwar gibt es immerhin ein abschließbares Plumpsklo mit Toilettendeckel und Toilettenpapier, dennoch vermisse ich eine „Spülung“, die unangenehme Gerüche beseitigt und einen Wasserhahn, um mir die Hände zu waschen.
Alle romantischen Vorstellungen vom Leben auf einem Bauwagenplatz sind gestern für mich in der Dunkelheit verschwunden. Für mich wäre das Leben dort einfach zu hart, weswegen ich mich zum „drinbleiben“ entscheiden muss. (Oder aber zum Sommercamping) 😉

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Omas Sachen

4. Juni 2013

Meine Oma hat mir unter anderem zwei Dinge vermacht, die ich nun an meinen Handgelenken trage:

Einen Armreif, den sie mir bereits zur Konfirmation schenkte (weil sie ihn selbst zu Konfirmation bekam) und

eine Uhr, die sie mit im Krankenhaus hatte, wo sie letztlich starb.

Beide Dinge verhalten sich (in meinen Augen) irgendwie kurios:

Zum einen die Uhr. Sie blieb Anfang Mai, so um ihren 2. Todestag herum stehen und ich legte sie daraufhin in das kleine Tiffany-Spiegelkästchen, welches mein Opa damals für sie herstellte. Heute nahm ich die Uhr wieder heraus, weil ich beim Uhrmacher eine neue Batterie einsetzen lassen wollte und was ist? Sie läuft wieder.

Und dann der Armreif: Früher ist er immer sehr schnell grau angelaufen und ich musste ihn oft putzen. Seit zwei Jahren, also seit meine Oma tot ist, glänzt er immerfort und läuft auch nicht mehr an.

Seltsam, oder?!

 

 

 

 

 

 

 

 

Das zauberhafte Spiegelkästchen

 

 

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Die geheimnisvolle Uhr

SAMSUNG

 

Der wundersame Armreif

Alltag

21. Mai 2013

Ich könnte mir natürlich auch über andere Dinge Gedanken machen, als über meine Mitmenschen – mein eigenes Leben beispielsweise – aber manche Leute hinterlassen Eindrücke auf mich, die ich erst einmal verarbeiten muss. Und was für mich viel wichtiger erscheint ist, ihr teils abstruses Verhalten einzuordnen. Ich meine, eine Person, die (aus Gründen, die ich nicht verstehe) Sprüche wie brennende Pfeile verschießt und die dabei zeitgleich ein ähnlich zwanghaftes Verhalten wie Sheldon Cooper zeigt, ist in höchstem Maße irritierend.
Und eine andere wiederum, die jede Antwort auf eine ihr gestellte Frage mit einem Seufzen einleitet um damit ihre Fachlichkeit (und in gewisser Weise auch Macht) zu demonstrieren…

Wissen Sie was!? Eigentlich ist das irritierende Verhalten beliebig. Worauf es für mich ankommt ist zu einer Position zu finden, in der mich ein solches Verhalten kalt lässt. Zu einer Identität, die professionell und selbstbewusst genug ist, um Giftspritzen und Machtgehabe zu ignorieren und einen eigenen Weg zu gehen…

 

 

Hört diese Selbstfindungsgeschichte eigentlich NIE auf?!

Suchanfragen

29. Januar 2013

Ich wollte immer schon mal ein paar Suchanfragen posten, die irgendwelche Leute auf diesen Blog geführt haben. Und da mir gerade ohnehin nichts besseres einfällt:

15 Highlights aus dem letzten Jahr

unglaubliche bäume – Wie kann ein Baum unglaublich sein? Manchmal erscheint mir die Verknüpfung von gewissen Adjektiven mit bestimmten Substantiven/Objekten äußerst unglaublich…

nad tod erfahrungsberichte you toupe – Und die Rechtschreibung erst…

laszive fee pose – Da hat wohl jemand ein Ü-Ei geöffnet…

reinigung wupperwasser – Geschieht jeden Morgen und Abend.

zustand wupperwasser – Sauber! (Siehe oben!)

geizig seinwoher kommt das – Ich weiß es, aber ich teile mein wissen nicht! ;-P

bezeichnung kirmessprecher – Lassen Sie uns kurz über diese Suchanfrage nachdenken…

ist mein nintendo kaputt weil es wasser abbekommen hat– Nicht unbedingt. Aber nass.

schlafhygiene für katzen – ???

silbentrennung einöde – EIN – Ö – DE

ich habe kein geld erhalten bitte pröffen sie – Wähä?

meine schlechte laune reflektieren – Na schön. Ich hab zwar Feierabend aber wenn es sein muss…: Auf einer Skala von 1-10, wobei 1 bedeuten würde, dass Sie gute Laune haben und 10, dass Sie heute besonders mies drauf sind, wo befinden Sie sich zur Zeit und was müsste passieren, damit Sie sich auf der Skala nach unten bewegen?

heiße klamotten fette frauen – Nicht auf diesem Blog. Hier gibts nur dürre, sexy Feen…

tecnas mutter – …liegt im Supermarkt unter der Kasse und macht „piep“.

was kam vor tele 5 – Jahrelange Tristesse und Langeweile

 

Demnächst wieder mehr…

 

Herr Fadenscheinig

17. November 2012

Herr Fadenscheinig wohnt nebenan, auf der selben Etage wie wir.

Er ist Rentner in den „besten Jahren“, Anfang 60, alleinstehend und sehr um die Umsetzung der Hausordnung bemüht. Das ist angenehm, weil er regelmäßig die Werbung und das örtliche Käseblatt aus dem Treppenhaus entfernt, okay – aber unnötig, weil er einem mit dem „Müll-raus-stellen“ regelmäßig zuvor kommt, letztlich aber zutiefst nervig, weil er natürlich auf die Regelmäßigkeit des „Treppe-putzen“ beharrt. Regelmäßig heißt: Jede Woche einmal feucht durchwischen – abwechselnd.
Die bessere Hälfte und ich sind da hingegen nicht so sehr bemüht. Das heißt: Im Sommer sehen wir die Notwendigkeit eines wöchentlichen Treppenputzes im dritten Stock nicht gegeben. Und lassen es deswegen. Und eigentlich wollten wir das auch mit ihm kommunizieren um uns dann alle zwei Wochen abzuwechseln, allerdings öffnet er nicht die Tür, wenn wir klingeln. Zugegeben. Wirklich hartnäckig haben wir es auch nicht probiert… 😉 Okay. Und dann haben wir manchmal auch einfach keine Zeit. Und putzen dann auch nicht. Aber eine 70 % Putz-Quote ist doch für Menschen unseres Alters gar nicht so schlecht?!
Jedenfalls bekommt er das natürlich mit. Und scheint das in seiner Ordnungsliebe so gar nicht gut zu finden. Aber statt uns darauf anzusprechen, hat er nun angefangen uns zu kontrollieren. Dazu verteilt er kleine, lila Fadenknäulchen auf unserem Treppenabsatz. Den Verdacht hatte ich schon, als ich sie zum zweiten mal weggefegt habe. Aber dieses Wochenende sind sie wieder da.
Ich hasse sowas. Und schmiede Pläne für eine Retoure. Meine Idee war, die Fäden zu sammeln und ihm A) unkommentiert auf die Fußmatte zu legen, B) sie auf einen Zettel zu kleben mit den nebenstehenden Worten „Sie haben da was verloren“ oder C) die Fäden nach dem Putzen wieder hinzulegen oder aber nächstes Wochenende selber Fäden (in grün) auszulegen.

Aber vielleicht hat hier ja noch jemand eine besser Idee?!

 

Okaaaay…

9. November 2012

Wer von euch hat mich auf Facebook verlinkt?!

Und warum?

SAG SCHON!

😉

Babyboom

1. November 2012

Zur Zeit gibt es in meinem sozialen Umfeld mehr Frauen mit Babies als ohne.

Und ich stehe wieder mal ratlos im Spielzeugladen vor dem Regal für Säuglinge und werde unfreiwillig darüber belehrt, dass Eisenbahn-Mobiles nix für Mädchen sind (Dabei ist es ohnehin schon schwer genug etwas für die Kleinsten zu finden..).
Und dann höre ich mir zum dritten Mal innerhalb von vier Wochen die Horror-Geschichte einer Geburt an. Mit PDA. Ohne PDA. 20 Stunden Wehen und dann doch der Kaiserschnitt. Ich weiß wie wichtig es für die Frauen ist darüber zu reden und ich höre ab und an einfach nur angeekelt und erschreckt interessiert zu.
Es ist spannend zu beobachten, was ein solches Ereignis mit Menschen macht, wie es sie verändert und welche neuen Seiten an ihnen hervor kommen, die ich vorher niemals erahnt hätte – und sie selbst wohl auch nicht. Die Axt im Walde wird dort sanft und zärtlich, der allzeit Souveräne erscheint nun hilflos und unbeholfen…

Und an einem Tag wie heute, durchzogen von Kinderlachen und schmatzenden Sauggeräuschen beim Stillen stelle ich mir die Frage was das eigentlich mit MIR macht? Und mal ganz generell: Was macht der Babyboom innerhalb der Peergroup mit denen, die Ende 20, Anfang 30 sind und sich dem „Trend“ entziehen?

Ich kann natürlich nur für mich sprechen aber ich glaube bei vielen meiner babylosen Altersgenoss(inn)en löst der vermehrte Anblick von Babybäuchen, Frauen mit Spucktüchern um den Hals  und Vätern, die ihren Nachwuchs in die Luft werfen ein nagendes Gefühl des Anachronismus aus, welches (mich jedenfalls) zwischendurch auch ausgesprochen nerven kann: Das Ticken der inneren Uhr spielt Poker mit der Vernunft und den damit verbundenen Gründen, aus denen heraus man sich (bislang) gegen das vermeintliche Babyglück entschieden hat. Seien es nun berufliche, gesundheitliche, beziehungstechnische oder auch einfach andere Argumente, die gegen ein Kind zum jetzigen Zeitpunkt sprechen.
Dieses Ringen mit der Vernunft fordert oftmals viel Kraft von denen, die diesen inneren Kampf ausfechten und gerade deshalb schmeckt das Babyglück der anderen manchmal etwas bitter, muss man sich doch ständig fragen lassen (und – viel wichtiger – daraufhin sich selber fragen) wann es denn bei einem selbst so weit ist.
Und nicht nur das stellt eine Gefahr für bestehende Freundschaften dar – es macht einfach keinen Spaß über Stillhütchen zu reden, wenn man selbst nicht mitreden kann. Und es scheint ja auch ein Dilemma zu sein, denn wie wollen Mütter über andere Dinge reden, wenn sie wegen der lieben Kleinen so gut wie nicht mehr vor die Tür kommen?!

Was letztlich alles irgendwie auf die Frage hinausläuft ob es wirklich die eigene Fortpflanzung oder nicht doch besser eine zweite Katze sein soll…

*Hmpf.