Mir stinkts!

3. Dezember 2013

In letzter Zeit nehme ich den Gestank in meiner Stadt besonders intensiv wahr. Autoabgase. Rauchschwaden von verkokeltem Müll in den Aschenbechern an der Bushaltestelle…Ekelhaft. Und wahrscheinlich auch sehr ungesund. Am schlimmsten ist es, mit dem Fahrrad hinter einem Diesel den Berg rauf zu fahren. Und von letzteren beiden gibts hier verdammt viele. Bäh!

Zu Weihnachten wünsche mir ein großes Pappschild auf dem steht:

EURE AUTOS STINKEN!

Ob es was helfen würde weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man nur blöd angeguckt oder angepöbelt. Ganz in Wuppertaler Manier. Egal. Irgendwo muss mein Frust ja hin.

 

Erkenntnis des Tages

13. Juli 2013

 

Wenn in ihrer Lieblingskneipe die Klos renoviert werden wird es Zeit, sich eine neue zu suchen.

Warum?!
Gestern mal wieder im Luisenviertel unterwegs gewesen. Was früher ein beliebter Ort für Studenten mit wenig Geld war, die etwas Spaß haben wollten, ist mittlerweile zu einem Ort für Studenten geworden, die Geld verdienen wollen. Sie bedienen ihre Zukunft: Ewig junggebliebene Juppies Ende 40 – Pädagogen, Psychologen, Kinderärzte, Architekten und Grafiker. Und das in den Kneipen und Bars, die früher zwar keine Blumen auf dem Tisch und keinen Wein und Bionade auf der Speisekarte stehen, dafür aber noch ordentliches Bier hatten.
Der Siegeszug der Latte-Macchiato-Mütter, die bei Bio-Sofie essen, bei Frau Wunder ihre Kinderwäsche und im Lakritzkontor ihren Süßkram erstehen, schreitet unaufhaltsam voran.
Die Gentrifizierung des Luisenviertels hat ihren Höhepunkt erreicht. Neulich gab es so Kuriositäten wie einen „Französischen Gourmetmarkt“, gestern ein „Open-Air“ des Sinfonie-Orchesters – wobei letzteres ja zugegebenermaßen eigentlich auch ziemlich cool ist…
Okay… es können halt nicht alle nach Berlin… Dennoch fühle ich mich fremd, wo ich einst beheimatet war.

Nennen Sie mich ruhig eine Kulturbanausin und altenfeindlich aber in Zukunft werde ich mich wohl doch in anderen Gefilden Wuppertals rumtreiben… Das Bedürfnis nach Distinktion wohnt auch in meinem beschränkten Geist…

Lasagne al Ross(o)

15. Februar 2013

Als ich im Radio davon hörte, dass nun auch in einer Lasagne von „real“ Spuren von Pferdefleisch gefunden wurden, dachte ich mir nur, dass ein Werbeslogan wohl nie passender war: „Einmal hin, alles drin“.

Glück für die Fleisch- und Fertigproduktindustrie, dass heute ein Meteor in die Erdatmosphäre eingetreten ist und es so viel Bildmaterial dazu gibt. Da rutscht die Berichterstattung über „Ross-Bratwurst“ und co. bei SpOn direkt ans andere Ende der Webside und statt „Schimmel – Salami“ gibts jetzt Armageddon-Panik im Fernsehn…
Trotzdem muss ich noch oft über den Pferdefleischskandal nachdenken.

Frau Aigner möchte jetzt DNA-Tests durchführen lassen um zu überprüfen, in welchen Produkten noch alles Hotte-Hü steckt. Geht das nicht ein bisschen zu weit?! Mir als Vegetarierin jedenfalls ist das zu teuer. Und in meinen Augen unnötig. Krank wird man nicht von Fury oder Black-Beauty, es sei denn, sie verpassen dem Carnivoren in lebendem Zustand einen gepflegten Tritt in den Allerwertesten – oder sonst wohin.
Bei den Preisen müssen die Hackfleischliebhaber einfach damit rechnen, dass die Lasagne nicht mit Tatar hergestellt wird, sondern mit dem ganzen Schrott, der von der Massentierhaltung übrigbleibt.
Und ich würde sogar behaupten, dass in jedem Supermarkt-Hähnchen mehr Medikamente drin stecken, als in Mr. Ed’s Muskelfleisch. Die meisten Leute wissen das. Und essen es trotzdem. Es gibt genug Berichterstattungen darüber, dass das spätere Schnitzel eben nicht auf einer grünen Weide steht und sich natürlich fortpflanzt. Das spätere Schnitzel steht auf leicht zu reinigenden Metall-Gittern und fristet sein trostloses Dasein mit Fressen, Scheißen und Dösen. Medikamente gibt es täglich über das Trinkwasser, damit die Tiere die Haltungsbedingungen überleben. Tageslicht und Frischluft gibts erst beim kurzen Moment zwischen Stall und Tiertransport zum Schlachter. Bei Hühnern noch nicht mal dann. Es geht ausschließlich um Profit. Mit allen Mitteln wird billiges Fleisch erzeugt. Jedweder Respekt vor dem fühlenden Lebewesen fehlt. Und ebenso der Respekt vor dem Verbraucher, der bei seiner Lasagne ohne Zweifel getäuscht wurde und sich gleichzeitig über die normalen Produktionsbedingungen ihrer Nahrung konsequent und gerne täuschen lässt.
Es wissen doch alle, wo ihr Fleisch herkommt.
Und trotzdem regen sich noch so viele über derartige Vorfälle auf. Sie fordern eine genaue Aufklärung des Skandals. Ich muss dann an Kant denken, der in einem anderen Zusammenhang einmal schrieb:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“
(Immanuel Kant: Was ist Aufklärung? In: Berlinische Monatsschrift 4 (1784), S. 481-494)

 

Wer Fleisch aus Massentierhaltung kauft (und in einer Fertiglasagne wird sicher kein anderes Fleisch verarbeitet) und isst, der muss es auch verdauen. Mit allen Zusätzen. Ob nun Pony oder Medikamente.

Ich habe fertig.

 

Ohne Worte.

15. Dezember 2012

Das Urteil

10. Dezember 2012

Um den kürzlich hier platzierten Artikel nicht ganz unkommentiert stehen zu lassen, verrate ich an dieser Stelle wie es ausgegangen ist:

Der Fahrer bekam eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten, zwei Monate Fahrverbot und musste 800 € an die Witwe zahlen.
Das ist selbstverständlich nur die Strafe, die aus dem Strafrecht hervorging. Vermutlich werden die Hinterbliebenen noch zivilrechtliche Ansprüche geltend machen, ich denke aber, dass man davon dann nicht so viel hören wird.

Weswegen ich es gepostet habe:

Ich finde es erschreckend, dass prinzipiell jedem von uns, der hin und wieder hinter dem Steuer sitzt, ein solcher Unfall passieren kann. Jeder der ein Fahrzeug lenkt, kann einen anderen Menschen umbringen, ohne böse Absicht – ohne es zu wollen.

Der Verstoß, der begangen wurde war simpel: der Mann hat einfach nur die Vorfahrt mißachtet. Die Folgen waren katastrophal. Sowohl für den Motorradfahrer und seine Angehörigen als auch für den jungen Mustang-Fahrer, der sich seit dem Unfall in psychologischer Behandlung befindet.

Was mich noch dazu sehr bewegt hat war die Reaktion einiger Menschen, die unter dem Online-Zeitungsartikel ihre Meinung zum Urteil kund getan haben.
Wie einige schon unter meinem Blogeintrag kommentierten ist es nicht leicht, in einer solchen Sache Recht zu sprechen. Und dennoch gibt es immer wieder Leute die meinen es besser zu wissen als die, die sich auf diese Aufgabe vorbereiten und beruflich über einen solchen Sachverhalt entscheiden müssen.

Mal angenommen Sie arbeiten als Jugendrichter am Wuppertaler Amtsgericht und müssten über die Strafe für folgenden Sachverhalt entscheiden:

Ein 20 jähriger Mann leiht sich den Wagen, einen PS-starken Ford Mustang, von seinem größeren Bruder und unternimmt eine Spritztour.
Zeugen werden später aussagen, dass er dabei eher defensiv fuhr, nicht drängelte oder raste, sondern in seinem Fahrverhalten Vorsicht zu erkennen war.
Beim Abbiegen auf eine Landstraße übersieht der Fahranfänger einen entgegenkommenden 53 jährigen Motorradfahrer. Dieser versucht eine Vollbremsung, rutscht dabei jedoch samt Motorrad unter das Auto und wird dort eingeklemmt.
Kurze Zeit später erliegt er seinen Verletzungen.
Der junge Fahrer ist bislang strafrechtlich und auch beim Straßenverkehrsamt nie in Erscheinung getreten. Er kann es sich selbst nicht erklären, wie er den Motorradfahrer übersehen konnte.

 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf fahrlässige Tötung, welche nach § 222 StGB im allgemeinen mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden kann.

 

 

Mädchen-Ü-Ei

23. Oktober 2012

Ich wollte mich selbst davon überzeugen, was es mit dem neuen Ü-Ei für Mädchen auf sich hat. So aus rein sozialwissenschaftlichen Interessen heraus…Nein, die Schoki hatte damit wirklich nichts, rein GARnichts zu tun…

Jedenfalls kaufte ich eins um mir selbst ein Bild machen zu können. Ich zerriss also das weiß-rosa Silberpapier und verschlang gierig die Schokolade während ich das gelbe Plastik-Behältnis kunstvoll aufploppen ließ. Was mochte wohl darin sein, in diesem rosa Ü-Ei, nur für Mädchen? Statt kleiner, leicht untersetzter Nilpferde jetzt kleine Ponys? Ketten oder anderes Geschmeide? Oder eine kleine, süße Puppe?

Nicht ganz. Das, was dort zum Vorschein kam, toppte meine kühnsten Vorstellungen.

Darf ich vorstellen, DAS ist ‚Tecna‘

Ups. Entschuldigung*hust*

Also DAS ist Tecna:

Tecna ist eine Fee mit magischen Kräften und geht auf die Feenschule Alfea. Mit ihren Feenfreundinnen Stella, Musa, Bloom und Flora bildet sie den „WinxClub“™©, für dessen Mitgliedschaft offensichtlich – neben dem Dasein als Fee und dem Interesse am Kampf gegen die bösen Hexen aus dem Wolkenturm (vgl. Rainbow Srl.) – auch ein Bodymassindex unter 17, sexy Klamotten und Plateausohlen notwendig zu sein scheinen. Mal ganz abgesehen von den lasziven Posen, die die Mädels pardon, FEEN in diesem Club einnehmen müssen.

Jetzt könnte ich natürlich in diesen ganzen Feministinnen Sing-Sang einstimmen und in diesem Blogeintrag zu einer allgemeinen Empörung a la Alice Schwarzer übergehen – ich halte meine Leser aber für „beisammen“ genug ihr Gehirn einzuschalten und sich selbst ihre Gedanken darüber zu machen.

Mir persönlich stellen sich zu diesem Inhalt des neuen Ü-Eis eigentlich nur zwei Fragen:

1. Ist das Ü-Ei für Mädchen WIRKLICH für Mädchen (oder doch eher für Jungs in der Pubertät)?

und

2. Sind die lustigen Figuren aus den Serien wie die „Happy-Hippos“ „Crazy-Crocos“ und „Crazy-Fanten“ für das Ü-Ei der Mädchen einfach zu FETT?

Irgendwie ist mein Interesse an Tecnas Freundinnen eher gering…Beim nächsten Schoki-Jeeper gibts deshalb wohl wieder das normale Ü-Ei.

Bzw. gibts ja jetzt schon die Weihnachtsmänner… hmmmh…

Die Rechte am „WinxClub“™© liegen selbstverständlich bei Rainbow Srl. und bei Iginio Straffi, der die Serie entworfen hat.