Jaja, ich weiß. Alles nur ein Spiel. Ob Geocaching oder Super Mario – letztendlich ist alles nur ein sinnloser Zeitvertreib. Und trotzdem muss man sich an die Regeln halten. Die anderen tun es ja auch. Wäre ja auch blöd wenn nicht: Stellen Sie sich mal vor, dass ein Goomba nur ab und zu und je nach Laune durch einen einfachen Sprung auf den Kopf zu beseitigen wäre – da wäre aber was los im Kinderzimmer…

Die Ausnahme-Frager sollten sich also mal eher selber fragen, ob es nicht sinnvoller sein könnte, statt nach Ausnahmen, nach einer allgemeinen Regeländerung zu fragen. Und falls sie sich dann die Frage nach einer Regeländerung nur so beantworten können, dass eine solche, auf die Allgemeinheit gemünzt, keinen Sinn hat, dann können sie sich auch die Frage nach der Ausnahme sparen.

Wir sind ja schließlich nicht mehr im Kindergarten.

Advertisements

Arboretum

16. August 2011

In einem Arboretum werden möglichst viele verschiedene Bäume oder auch Sträucher (aus aller Welt) gesammelt. Gestern entdeckte ich einen Teil der mir naheliegendsten und gleichzeitig flächenmäßig größten Gehölzsammlung der Bundesrepublik auf meinem Himbeer-roten Traum.

Nachdem ich mir aus dem Internet meine Startkoordinaten raus gesucht hatte und im Mercedes mit Chauffeur am Startpunkt ankam (man will ja nicht vorher schon aus der Puste sein), schwang ich mich auf den Drahtesel und suchte nach dem für mich versteckten Schatz. Der Geruch der Nadelhölzer und der anderen Bäume war toll und viele davon habe ich noch nie gesehen. Diese Riesen-Friedhofsraketen beispielsweise, die unglaublich (schon fast lächerlich) hoch sind und so aussehen, als hätte sie irgendjemand angespitzt.

 

 

Da ich eigentlich nicht wegen der Bäume da war, habe ich mir nicht gemerkt wie die Exemplare heißen, aber auch ohne botanische Ausbildung ist zu erkennen, dass sie eigentlich nicht hierher gehören.

 

 

 

 

Die Artenvielfalt im Arboretum ist wirklich beeindruckend. Zum Teil entdeckt man sogar solche (Charakter-)Bäume die, vermutlich vor Freude über die Pflege in ihrem geschützten Lebensraum, nach allen Seiten hin ausschlagen.

 

 

 

 

 

 

 

Von weitem erkennt man die einzelnen Baumgruppen und spätestens jetzt sieht auch ein Laie wie ich, dass hier vielleicht sogar geheime „Baumexperimente“ stattfinden.

 

 

 

 

Hie und Da kreuzte ein großer, brauner Käfer meinen Pfad – vermutlich ein stiller Gruß von Herrn Kolbe, nach dem übrigens ein Großteil des Wanderweges benannt ist.

 

Nach drei Stunden war der Schatz gehoben und ich mit mir und der Welt höchst zufrieden. Noch schöner wäre es ohne den gemeinen Holzbock gewesen, von dem fünf Exemplare bereits auf dem Weg von meinem Blut kosten wollten (und einer schaffte es sogar). Zuhause habe ich dann noch zwei weitere von meinem Körper gepflückt und dem Feuertod ausgesetzt. Ekelhaft. Das Gefühl was ich jetzt habe erinnert stark an das, was man damals bei der Kopflaus-Untersuchung in der Schule bekam…

 

…und an Hypochondrie.