Erkenntnis des Tages

13. Juli 2013

 

Wenn in ihrer Lieblingskneipe die Klos renoviert werden wird es Zeit, sich eine neue zu suchen.

Warum?!
Gestern mal wieder im Luisenviertel unterwegs gewesen. Was früher ein beliebter Ort für Studenten mit wenig Geld war, die etwas Spaß haben wollten, ist mittlerweile zu einem Ort für Studenten geworden, die Geld verdienen wollen. Sie bedienen ihre Zukunft: Ewig junggebliebene Juppies Ende 40 – Pädagogen, Psychologen, Kinderärzte, Architekten und Grafiker. Und das in den Kneipen und Bars, die früher zwar keine Blumen auf dem Tisch und keinen Wein und Bionade auf der Speisekarte stehen, dafür aber noch ordentliches Bier hatten.
Der Siegeszug der Latte-Macchiato-Mütter, die bei Bio-Sofie essen, bei Frau Wunder ihre Kinderwäsche und im Lakritzkontor ihren Süßkram erstehen, schreitet unaufhaltsam voran.
Die Gentrifizierung des Luisenviertels hat ihren Höhepunkt erreicht. Neulich gab es so Kuriositäten wie einen „Französischen Gourmetmarkt“, gestern ein „Open-Air“ des Sinfonie-Orchesters – wobei letzteres ja zugegebenermaßen eigentlich auch ziemlich cool ist…
Okay… es können halt nicht alle nach Berlin… Dennoch fühle ich mich fremd, wo ich einst beheimatet war.

Nennen Sie mich ruhig eine Kulturbanausin und altenfeindlich aber in Zukunft werde ich mich wohl doch in anderen Gefilden Wuppertals rumtreiben… Das Bedürfnis nach Distinktion wohnt auch in meinem beschränkten Geist…
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8 Antworten to “Erkenntnis des Tages”


  1. beschränkt ist nur, wer Schranken akzeptiert.

    (wobei… das gilt nicht für Bahnübergänge. Aber die sind ja auch beschrAnkt und nicht mit Ä)

    so. Weisheit zum Tage rausgekloppt.
    im Vorgarten fiel mir nix ein.

  2. wortmagie Says:

    Wo ist denn hier der klickbare Button mit Daumen hoch? Oder 5 bis 10 Sternchen? 🙂

    • wupperwasser Says:

      Die entferne ich immer, damit ich nette Kommentare wie diesen hier, statt „nur“ ein like, bekomme. 😉

      • wortmagie Says:

        Ganz schön schlau 😉
        Ich habe übrigens mal geschaut, wie es bei uns aussieht. Da scheint es ähnlich zu sein. Es verschwinden die Lokale, wo die Karte noch überschaubar war und die Einrichtung nicht aussah, wie aus einem Magazin für Innenarchitekten mit zu viel Geld.
        Nicht, dass solche Läden schlecht sind. Aber wenn man etwas auf den Groschen achten muss, wird es immer schwerer, einen gemütlichen Laden zu finden…

      • wupperwasser Says:

        DOCH! Diese Läden SIND SCHLECHT!


  3. Hm, naja, so wählerisch kann man in anderen bergischen Metropolen leider nicht sein – hier kann man die halbwegs begehbaren Lokale an einer Hand abzählen, um von cool oder gar alternativ mal gar nicht zu reden… Gibts eigentlich noch den Bergkeller?


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