Herr Fadenscheinig

17. November 2012

Herr Fadenscheinig wohnt nebenan, auf der selben Etage wie wir.

Er ist Rentner in den „besten Jahren“, Anfang 60, alleinstehend und sehr um die Umsetzung der Hausordnung bemüht. Das ist angenehm, weil er regelmäßig die Werbung und das örtliche Käseblatt aus dem Treppenhaus entfernt, okay – aber unnötig, weil er einem mit dem „Müll-raus-stellen“ regelmäßig zuvor kommt, letztlich aber zutiefst nervig, weil er natürlich auf die Regelmäßigkeit des „Treppe-putzen“ beharrt. Regelmäßig heißt: Jede Woche einmal feucht durchwischen – abwechselnd.
Die bessere Hälfte und ich sind da hingegen nicht so sehr bemüht. Das heißt: Im Sommer sehen wir die Notwendigkeit eines wöchentlichen Treppenputzes im dritten Stock nicht gegeben. Und lassen es deswegen. Und eigentlich wollten wir das auch mit ihm kommunizieren um uns dann alle zwei Wochen abzuwechseln, allerdings öffnet er nicht die Tür, wenn wir klingeln. Zugegeben. Wirklich hartnäckig haben wir es auch nicht probiert… 😉 Okay. Und dann haben wir manchmal auch einfach keine Zeit. Und putzen dann auch nicht. Aber eine 70 % Putz-Quote ist doch für Menschen unseres Alters gar nicht so schlecht?!
Jedenfalls bekommt er das natürlich mit. Und scheint das in seiner Ordnungsliebe so gar nicht gut zu finden. Aber statt uns darauf anzusprechen, hat er nun angefangen uns zu kontrollieren. Dazu verteilt er kleine, lila Fadenknäulchen auf unserem Treppenabsatz. Den Verdacht hatte ich schon, als ich sie zum zweiten mal weggefegt habe. Aber dieses Wochenende sind sie wieder da.
Ich hasse sowas. Und schmiede Pläne für eine Retoure. Meine Idee war, die Fäden zu sammeln und ihm A) unkommentiert auf die Fußmatte zu legen, B) sie auf einen Zettel zu kleben mit den nebenstehenden Worten „Sie haben da was verloren“ oder C) die Fäden nach dem Putzen wieder hinzulegen oder aber nächstes Wochenende selber Fäden (in grün) auszulegen.

Aber vielleicht hat hier ja noch jemand eine besser Idee?!

 

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7 Antworten to “Herr Fadenscheinig”

  1. wortmagie Says:

    Ich finde die Idee, selbst Fäden auszulegen gar nicht mal schlecht 😀 Aber wie man manchmal in Filmen sieht, kann sich das ganz leicht zu viel mehr steigern 😀 Um so einen Nachbarn beneide ich dich allerdings kein Stück 😉

    • wupperwasser Says:

      Ich habe die Fäden jetzt aufgesammelt und werde sie am Freitag wieder dort hinlegen wo sie waren. Und abwarten was dann die Woche drauf passiert…
      Ich glaube im Vergleich zu manch anderen Nachbarn habe ich mit meinem noch Glück… Auch wenn es irgendwie nervig ist, ist es doch noch relativ harmlos… Zumindest steht er nicht ständig vor unserer Tür und macht auch keinen Stress beim Vermieter…

      • wortmagie Says:

        Das wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Aber vielleicht ist das auch ein wenig die Langeweile, die ihn dazu treibt. Ich habe eine Nachbarin, die wohl gern mal den Müll durchwühlt hat. Auch sehr nervig und obendrein illegal 😉

    • wupperwasser Says:

      und ganz schön ekelig. *schüttel

  2. Herr_Zimmermann Says:

    Moin!

    Er will euch kontrollieren. Denkt ihr. Mal weiterdenken: wenn der Spion jemanden verfolgt, was dürfte ihm dann am allerhochnotpeinlichsten sein – das Gefühl zu haben, den Jemand zu Recht zu verfolgen (weil ja in seinen Augen alle Indizien dafür sprechen, dass ein Treppenabwisch nicht stattgefunden hat)? Oder ist es vielleicht sehr viel peinlicher für den Spion, sich ertappt fühlen zu müssen? Erkennen zu müssen, dass man bemerkt, verfolgt zu werden? Und dass man weiß, von wem?

    Ich würde ihm die Fusseln in einen Briefumschlag packen, mit einem netten (!) Begleitbrief dazu, dessen Inhalt besagt dass man das Gefühl habe, die Fusseln seien von ihm mit der Absicht verteilt worden, euch mangelnden Eifer bei der Kehrwoche zu beweisen.

    Allerdings täte ich das nur dann, wenn ich wirklich (wirklich!) sicher (!!!) weiß, dass die Fusseln auch tatsächlich von ihm persönlich und in besagter unlauterer Absicht verteilt wurden. Bei der kleinsten Unsicherheit diesbezüglich würde ich die Wollmäuse wohl eher kommentarlos wegputzen. Falls mir die Zeit dazu reicht. Und sonst eben nicht.

    Mit dem Wischmopp winkt
    Herr Zimmermann

    • wupperwasser Says:

      Hallo Herr Zimmermann,
      ja, wir sind uns ziemlich sicher dass er es ist. Meine Mutter schlug mir auch vor, die Fäden in einen Briefumschlag zu tun mit einem kleinen Zettel dabei auf dem steht: „Damit Sie für nächste Woche wieder welche haben…“
      Ich werde die Vorschläge mit der besseren Hälfte diskutieren.
      Wir werden sehen.

      Ach, und willkommen hier! =)

      • Herr Zimmermann Says:

        Moin!

        Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr sympathisiere ich mit der Idee, die Fusseln einfach zu ignorieren. Alles andere dürfte geeignet sein, zu einem misslichen Klima beizutragen.

        Ich gehe dabei von dem Ansatz aus, dass jede Aktion eine Reaktion erzeugt. Wenn diese Reaktion (auf eurer Seite) nun einfach ins Leere läuft, dann muss euer Nachbar von vorne Anlauf nehmen. Wenn eure Reaktion aber gegen ihn gerichtet sein wird – und so wird er es wahrscheinlich empfinden, wenn die Wollmäuse wieder in seinem Haushalt landen, unter welchen Umständen auch immer – dann erzwingt das eine Gegenreaktion von ihm. Das trägt den Keim für nachhaltige Verstimmung in sich. Müsste ich in meinem Umfeld jedenfalls nicht unbedingt haben…

        Nichtsdestotrotz kann man sich natürlich im stillen Kämmerlein über ihn lustig machen und sich drollige Was-wäre-wenn-Szenarien ausdenken. 😉

        Herzliche Grüße!
        Herr Zimmermann


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