Trier

15. Oktober 2012

Die letzte Woche war sehr erholsam. Da meine „Gastfamilie“ schwer am arbeiten war, konnte ich die Zeit hauptsächlich alleine verbringen und das hat soo gut getan. Zwar ist es schon nett wenn man seine Erlebnisse mit jemandem teilen kann, allerdings ist man doch freier, wenn man aus dem Bauch heraus entscheiden kann, wozu man gerade Bock hat. Trier lässt sich übrigens ganz wunderbar mit einem Fahrrad erkunden, da es überall relativ eben ist.

Ich denke, ich habe mir so gut wie alle Touri-Attraktionen angeschaut die es dort so gibt, habe aber nicht alle fotografiert. In manchen Kirchen wurde außerdem darum gebeten, Fotos von deren Inneren nicht ins Netz zu stellen. Mach ich also nicht. Dennoch starte ich hier mal eine kurze, virtuelle Sightseeing-Tour um den geneigten Leser an meinem Urlaub teilhaben zu lassen.

Los gehts auf der Römerbrücke, die älteste Brücke Deutschlands. Aus irgendeinem Grund habe ich die Brücke selbst garnicht fotografiert, sondern nur die Sicht von der Brücke aus…

In Trier gibt es insgesamt acht mal ein Weltkulturerbe, die Römerbrücke ist eins davon. Ihre Pfeiler sind schon ca. 150 n. Christus erbaut worden.

Erwähnte ich, dass das Wetter super war?!

In Trier gibts ziemlich viele Katholische Kirchen, bzw. Basiliken. Dort, in St. Matthias, liegen angeblich die Gebeine des Apostels Matthias.

(Finde den Mönch!)

Hier sieht man links im Hintergrund des Palasts die Konstantinbasilika – auch ein Weltkulturerbe. Früher wurde sie von Kaiser Konstantin als Thronsaal genutzt, heute beherbergt sie eine evangelische Gemeinde. Dort gibts täglich (außer Sonntags) um halb 12 eine Zehn-Minuten-Andacht – lohnt sich.

Die moderne Dame im Palastgarten trägt gestricktes Geschmeide…

Der (Patchwork-) Dom darf auf dieser virtuellen Tour durch Trier natürlich nicht fehlen. Der rechte Turm ist übrigens nur deshalb höher als der linke, weil der Dom durch den „Neubau“ einer bürgerlichen Kirche in der Höhe überragt wurde. Das ging natürlich nicht… Also noch ein Stockwerk drauf! Dort ist nun das Glockenspiel untergebracht. Teile vom Dom stammen aus der Römerzeit um ca. 350 n. Christus. Insgesamt lassen sich im Bauwerk mehrere Baustile aus verschiedenen Epochen erkennen, da der Dom immer mal wieder abgerissen, umgebaut und erweitert wurde. Auf dem Foto ist rechts neben dem Dom ein Teil von der Liebfrauen-Kirche zu sehen.

Apropos Römerzeit: Die Porta Nigra, ein (bzw. das!) Stadttor von Trier darf natürlich nicht fehlen.

Dann gibts da noch, etwas außerhalb vom Zentrum, diese unscheinbare, gelbe Kirche, St. Paulin. Bei meinem letzten Besuch der Stadt bin ich nicht rein gegangen und das war ein Fehler, denn diesen Anblick möchte man immer wieder genießen. Ich glaubte, ich sei in Italien…

In der Nähe vom Dom gibts einen Spielzeugladen und irgendwie musste ich an Frau K. denken, die an diesen kleinen Freunden sicherlich ihre Freude gehabt hätte:

Die Schnecke mochte ich am Liebsten…

Die Säule dort oben auf dem Berg ist die Mariensäule. Schon am ersten Tag beschloss ich, dass ich da unbedingt hoch muss. War irgendwie so ein Anfall von ‚Ich -muss-mir-jetzt-mal-selbst-was-beweisen-Gedööhns“.

Sportlich wie ich bin (*räusper*) erklomm ich die Himmelsleiter (605 Stufen) und konnte die Aussicht genießen:

Zurück auf der Erde – diesmal auf der anderen Seite des Tals – schon wieder Römer-Spuren. Die Arena. In ihr hatten wohl damals, als die Sitze noch nicht in irgendwelche anderen Gebäude verbaut wurden, Platz für über 20.000 Menschen. Dieses Highlight entpuppte sich irgendwie als etwas Touri-unfreundlich, da es keine Tafeln gab, die man hätte lesen können, sondern nur so bescheuerte Automaten, die einem gegen den Betrag von 1 € was über das Bauwerk erzählt hätten. So war das Ding nicht gerade spektakulär und selbst den ermäßigten Eintritt nicht wirklich wert (wobei sich die eine der zwei Bänke auf der rechten Seite zum ‚Sonne ins Gesicht scheinen lassen‘ als äußerst brauchbar erwies).

Das Karl Marx -Haus war da irgendwie informativer, wenn auch relativ unspannend, da es kaum Exponate bot, sondern hauptsächlich Infotafeln zum lesen.

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Samstag Abend fand ich mich Abends in einer zweifelhaften Cocktailbar in einer Runde von sechs Medizinern wieder. Irgendwie interessant, dass Ärzte sowohl beruflich wie privat meist unter sich bleiben – sie sind doch eigentlich so nett und würden sie etwas weniger über ihren Job reden, auch durchaus massenkompatibel… 😉

Sonntag ging es dann wieder nach hause. Es war eine gute Zeit und Trier ist wirklich eine schöne Stadt und einen Besuch wert!

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