Schweinehund

23. Februar 2012

Gestern sah ich auf dem „Wühltisch“ im Bücherladen den neuesten Leitfaden zum Thema Zeit- und Selbstmanagement. Da ich schon zwei Seminare in diesem Bereich hatte, ließ ich ihn liegen. Dennoch wurde ich wieder daran erinnert, dass mein guter Vorsatz, nun endlich mit der B.A. Thesis anzufangen, gerade irgendwo in der Ecke vergammelt und vorwurfsvoll drein blickt. Erinnern wir uns also an die guten Tipps zur Überwindung des inneren Schweinehundes und teilen sie mit der ganzen Welt.

Eigentherapie sozusagen.

Bevor der eigentliche Schweinehund in Angriff genommen wird, treffen wir die Vorbereitungen dafür und rufen uns zuerst das rationale Arbeiten nach Descartes in Erinnerung:

– Formulieren Sie das Ziel/Projekt* schriftlich. (So weit, so gut.)

– Zerlegen Sie die Gesamtaufgabe in einzelne, kleine Teile. (Jaa, okay.)

– Sortieren Sie die Teilaufgaben nach Priorität. (Schaff ich auch noch.)

– Erledigen Sie alle Aufgaben und kontrollieren Sie das Ergebnis. (Jetzt wirds schwierig.)

An dieser Stelle tritt der Schweinehund auf den Plan. Für diejenigen, die ihn nicht kennen: Dieses possierliche Tierchen verzaubert uns (vorwiegend dann, wenn andere, bspw. akademische Arbeiten anstehen) in einen Putzteufel und lässt uns im Februar, kurz vor dem angesagten Tief, die Fenster reinigen. Er sorgt dafür, dass wir in die Küche gehen um ganz spontan einen Kuchen zu backen, dessen Zutaten selbstverständlich noch eingekauft werden müssen. Oder er bringt uns dazu einen Blogeintrag über ihn zu schreiben. In anderen Zusammenhängen hindert er uns erfolgreich an der Ausübung diverser sportlicher Aktivitäten. Gerne erinnert er uns dann an das schlechte Wetter oder den Nieser am Morgen, so dass wir auf gar keinen Fall aus dem Haus gehen können. Je nach Situation führt er die absurdesten Gründe an, um von dem eigentlichen Vorhaben abzulenken. Falls Sie den Kampf mit ihm aufnehmen möchten, hier ein einfacher Tipp aus einem Seminar, welcher mir weitergeholfen hat (auch wenn ich ihn mir erst wieder in Erinnerung rufen musste… manche Leute munkeln übrigens, der Schweinehund könne uns auch die Erinnerung rauben…):

Entscheiden Sie sich bewusst für oder gegen eine Ablenkung indem Sie sich folgende Fragen beantworten:

– Wieviel trägt die geplante Handlung (Bspw. planlos rumsurfen/nach Literatur googlen) zur Erreichung meines Zieles bei?

– Was sind die kurzfristigen Vor-und Nachteile wenn ich diese oder jene Aktion (siehe Klammer oben) jetzt ausführe?

– Was sind die langfristigen Vor- und Nachteile wenn ich diese oder jene Aktion (siehe Klammer oben) jetzt ausführe?

– Wie werde ich mich danach fühlen, wenn ich diese oder jene Aktion gemacht habe?

Bei der Antwortfindung ist es wichtig, nebenbei immer das ZIEL* im Auge zu behalten. Bei mir wäre das die Vorstellung, in drei Monaten mit einem Siegeskaffee und der gebundenen Fassung der Bachelor-Arbeit vor dem Studienbüro zu stehen.

Also… bis Mai dann…

* Das ZIEL sollte im übrigen SMART(I) sein.Das heißt:
S pezifisch – eindeutig
M essbar – konkret
A ttraktiv und erreichbar
R ealisierbar
T erminiert
(I ndividuell – einzigartig)
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2 Antworten to “Schweinehund”

  1. Frau Vorgarten Says:

    das hast Du wunderschön geschrieben.
    Immer weiter so.
    Und ich les gerne Korrektur.

    • Frau Vorgarten Says:

      also bei der B.A.-Thesis.
      Hier nicht.
      Seit ich mich mit dem H in der Buchstabensuppe so in die Nesseln gesetzt hab…. ähäm….


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