Wasserleichen

8. September 2011

Andere haben Leichen im Keller,  mir schwimmen sie einfach hinterher. Dabei hoffe ich so sehr, dass sie irgendwann am Ufer hängen bleiben und das Band, welches mich mit ihnen verknüpft, reißt. Statt dessen werden sie mit der Zeit immer hässlicher, schwerer, von Algen bewuchert und von Fischen angenagt – ab und zu verfängt sich ein alter Gummistiefel an einer Gliedmaße und schwimmt eine Weile im grün grauen Wasser mit.

Würde ich mir Zeit nehmen, ans Ufer gehen und sie heraus holen wären sie nicht nur ein schlimmer Anblick, sondern würden auch mächtig stinken. Jedenfalls denk ich das. Und darum lass ich es lieber.

Momentan gehts in meinem Fluss mal wieder sehr rasant zu, viele Strömungen, umgestürzte Bäume und Unterspülungen machen meinen Weg anstrengend, gefährlich und unangenehm. Besonders an diesen Stellen machen es mir meine Wasserleichen schwerer als es eigentlich ist und die Belastung durch sie steigt doppelt.

An diesem Punkt wird wahrscheinlich jedem das „Dilemma“ deutlich: Die Umstände erfordern gerade vollste Aufmerksamkeit und die Wasserleichen können nicht angegangen werden. Wird der Fluss wieder ruhiger, treibt auch mein Ballast leichter mit. Wozu sich dann mit dem unangenehmen konfrontieren?!

 

*seufz*

 

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Eine Antwort to “Wasserleichen”

  1. Frau Vorgarten Says:

    hoffentlich wirst du sie los.


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