Gentrifizierung

21. August 2011

Waren Sie schonmal auf einer Tanzdemo? Ich auch nicht. Bis gestern. Da fand eine in Düsseldorf statt. Der Unterschied zu einer normalen Demo war allerdings nicht sehr groß. Auch dort verfolgte man, eingerahmt von der Polizei, umgebaute Kleinlaster und brüllte antikapitalistische Parolen. Diesmal allerdings tanzend. Zu Elektro.

Der Protest richtete sich gegen die Gentrifizierung im Düsseldorfer Stadtteil Flingern. Dort werden Punks, Alternative und sozial schwache auf die wohl effektivste Weise weggeekelt: Durch finanzielle Investitionen, bspw. den Bau von Beton- und Glasbauten und die Eröffnung von Designer-Läden. Damit wird das Quartier zu einem Szeneviertel erhoben, in dem plötzlich dicke, schwarze Autos vor angesagten Lokalitäten, wie z.B. dem „Café Hüftgold“ parken. Für die Bewohner bedeutet das nicht unbedingt eine Bereicherung an Möglichkeiten. Gentrifizierung zieht eine Anpassung der Mieten und eine Veränderung ihres Wohnraums nach sich. Dort, wo früher Ali sein Obstgeschäft hatte, steht jetzt der teure Bioladen. Weil das mit wenig Geld nur schwer durchzuhalten ist, ziehen die meisten weg und müssen im neuen Viertel erneut um Anerkennung, Akzeptanz und soziale Ressourcen kämpfen.

Ähnliches passiert übrigens auch in Hamburg und in Berlin. Rainald Grebe beschreibt diesen Prozess sehr anschaulich und bringt ihn auf den Punkt:

Protest ist also angebracht und berechtigt.

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