22. März 2014

Guten Tag da draußen!

Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder die Muße hier etwas zu schreiben. Warum ich das nicht vorher getan habe? Nun, es ist wie mit dem Schließen von neuen Freundschaften. Oftmals verdrängen sie andere, ältere Freunde, die nicht mehr so recht in das eigene Leben passen wollen. Das ist okay, weil nur die wenigsten Freundschaften ein Leben lang halten.
Das Schreiben von einem Blog hat jedoch den Vorteil, dass man jeder Zeit wieder anfangen kann, ohne dass der Blog verletzt wäre. Auch wenn die Beziehung dann zunächst nicht mehr so intensiv ist, wie sie vielleicht einmal war.
Auch das ist einer Freundschaft ähnlich, die nicht im Streit geendet hat.
Vielleicht fragt man sich jetzt, wer die neuen Freunde von Frau Wupperwasser denn sind?
Zunächst einmal die Arbeit, die mich wirklich fordert und in Anspruch nimmt. Sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, aber auch sehr viel Spaß mit den neuen Kolleginnen. Spannend und jeden Tag was neues.
Dann gibts da neue Freizeitbetätigungen, die ich mir nun leisten kann:  zum Beispiel lerne ich Türkisch. Nicht weil ich muss oder irgendwann mal in die Türkei fahren will, sondern weil ich die Menschen im Bus verstehen will.
Und ich versuche mich mit Laufen fit zu halten. Eine Sache, von der ich immer nur träumte, dass ich es könnte, und nun einfach mache. Ich bin nicht sonderlich gut, das war schon früher so, aber mir reicht es jetzt, dass ich es wenigstens probiere und nach dem Sprint zum Bus nicht mehr ganz so aus der Puste bin.
Außerdem habe ich nun endlich die finanzielle Möglichkeit, Reitstunden zu nehmen. Auch etwas, dass ich immer mal machen wollte, was mir meine Eltern aber nie bezahlen konnten. Also mach ichs nun selbst :)

Nächste Woche gehts nach Borkum. Ich habe Urlaub. Und es geht mir gut.
Vielleicht schreib ich demnächst mal wieder etwas dazu.

WMDEDGT

5. Januar 2014

Hab ich bei Svü entdeckt, die es wiederum hier her hat.

Und ich versuchs mal für gestern und heute. Seien Sie gespannt – einen so tiefen Einblick in meinen Alltag bekommen Sie auf diesem Blog NIE WIEDER. ;-)

Samstag, 04.01.2014

- Katze weckt mich mit ähnlichen Methoden wie Simons Cat – Maunzen und auf mir herum klettern. Wenn man ausschlafen möchte ist das einfach nur nervig.

- Nachdem Katze was zu futtern bekommen hat, mach auch ich mir wie jeden Morgen mein Frühstück – diesmal gibts zusätzlich Joghurt und gegen Mittag dann noch eine Banane.

- Ich werfe mich in meine Laufklamotten, rufe meine Schwester an um ihr zu sagen, dass ich in ca. einer Stunde bei ihr sein werde um den Bilderrahmen abzuholen, den ich nach unserem letzten Besuch im schwedischen Möbelhaus beim Schwager in Spe im Kofferraum vergessen habe. Ich verabschiede die bessere Hälfte, die heute arbeiten muss und verlasse das Haus.

- Ich schaffe es, das erste mal über 20 Minuten am Stück zu joggen, verfalle aber nicht in Größenwahn, da ich das Pärchen, welches in einem unglaublichen Stechschritt vor mir her GEHT, mangels Fitness nicht überholen kann. Ich treffe auf meinem Weg einen guten Freund mit Kind, halte aber nur kurz an um meinen “RUN” nicht zu unterbrechen.

- Ich komme nach einer dreiviertel Stunde vor dem Haus meiner Schwester an und treffe den Schwager in Spe, der gerade einkaufen fahren möchte und mir bei der Gelegenheit aus dem Kofferraum den Bilderrahmen überreicht. Ich gehe dennoch hoch zu meiner Schwester um “Hallo” zu sagen und gierig meinen Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Obwohl ich darüber nachdenke meine Schwester nach einer Jacke zu fragen tue ich es nicht und friere deshalb nachher an der Bushaltestelle wie ein nackter Pinguin in der Antarktis.

- Im wegen des Flohmarktes vollkommen überfüllten Bus gibt es eine lautstarke Auseinandersetzung über den nicht vorhandenen Platz für vier Kinderwagen, die alle noch irgendwie mit müssen. Ich rutsche auf meinem erhaschten Sitzplatz tiefer in das Polster und kuschel mit der Heizung an meinen Beinen als der Bus sich nach gefühlten 10 Minuten an der Haltestelle endlich in Bewegung setzt.

- Zuhause angekommen bemerke ich in dem Augenblick als ich meine Wohnungstür aufschließe, dass ich den Bilderrahmen bei meiner Schwester in der Küche vergessen habe. Ich rufe sie an und sie begrüßt mich spöttisch mit den Worten: “Den Weg hättste dir ja sparen können.”

- Ich springe unter die Dusche und koche mir anschließend eine große Portion Kohlenhydrate. Danach Kaffee, Schlepptop, Sofa.

- Während ich, wie so oft, sinnlos in der Weltgeschichte rumsurfe versuche ich nebenbei meinen Abend zu planen und kontaktiere Menschen aus meiner Kontaktliste.

-Letztlich lande ich mit einem Kumpel und der besseren Hälfte in einer Kneipe, treffe dort auf zwei weitere Freundinnen und betrinke mich mit drei Gläsern Cider und drei Bayleys. Da ich vergessen habe Geld abzuholen, zahlt die bessere Hälfte und spendiert obendrein noch die Taxifahrt nach Hause. Weil gerade Weihnachten war.

- Da ich über den Abend Halsschmerzen bekommen habe versuche ich vor dem Schlafen gehen noch mit Mundspülung zu gurgeln, was mir wegen meines vorherigen Alkoholabusus nicht mehr richtig gelingt. Statt im Waschbecken, landet ziemlich viel von dem Zeug in meinem Ausschnitt, weswegen meine Wäsche von gestern heute nach Eukalyptus und Menthol riecht. Wenigstens weiß ich noch warum.

- Ich lege mich ins Bett und schlafe sehr schnell ein.

Sonntag, 05.01.2014

- Ich wache mit Bauch- und Halsschmerzen auf. Auf dem Bauch liegt die adipöse Katze, was das dortige Ziehen und Drücken erklärt. Der Hals ist wund und voll mit zähem Rotz, der die Nebenhöhlen runterkriecht.

- Ich bitte die Katze “freundlich” von mir runter zu gehen, was sie mir mit einem entnervten “MAU!!” quittiert. Dabei fische ich mit meiner Hand nach der Wasserflasche neben dem Bett und merke, dass fast nichts mehr drin ist.

- Nachdem ich festgestellt habe, dass die Pfütze aus der Wasserflasche nicht reicht um meine Schluckbeschwerden zu eliminieren wird mir klar, dass mich nun die obligatorische Wintererkältung gepackt hat. Ich schleppe mich zum Wasserkocher und anschließend ins Bad.

- Als ich mit einem Löffel Honig im Mund und einem Becher Tee in der Hand ins Bett zurückkrieche wird mir klar, dass ich diese Nacht schon einmal wach gewesen sein muss. Wie immer in solchen Fällen liegt ein als Taschentuch benutztes Stück Toilettenpapier neben dem Bett.

- Ich versuche mich noch einmal umzudrehen und weiter zu schlafen, werde aber von der Katze daran gehindert. Sie protestiert unentwegt indem sie miaut und auf mir rumtrampelt da ich vergessen habe sie zu füttern.

- Die bessere Hälfte erbarmt sich und steht auf um das Raubtier zu füttern. Schlafen kann ich jetzt nicht mehr. Nachdem ich mir ein Brot gemacht habe leg ich mich zurück ins Bett und lese weiter in meinem Buch über Gesprächsführung mit Kindern. Hierbei lerne ich, dass Menschen oftmals mit dem rechten Auge Gefühle ausdrücken und das linke meistens “leer” bleibt. Daher würden Menschen auch bei einem Gespräch die meiste Zeit über in das rechte Auge des Gesprächspartners schauen und das linke Auge nur zum Abgleich mit dem rechten nutzen. Ich nehme mir vor, dass bei meinem für heute geplanten Besuch bei meinen Eltern zu überprüfen.

- Wie jeden Tag absolviere ich meinen Internetrundgang und rege mich über die Berichterstattung der Medien auf, die einen gestürzten Skifahrer für wichtiger halten, als 100 000 Menschen in Zentralafrika, die auf einen Flughafen fliehen mussten um religiöser Verfolgung zu entgehen. Dort gibt es nicht genügend Wasser und auch nicht genug zu essen, aber der Spiegel räumt dem Deutschen, der zufällig gefilmt hat, wie sich der besagte Skifahrer abseits der Piste lang gemacht hat, mehr Raum ein, als diesem humanitären Desaster… Zurück zum Thema: Ich verabschiede erneut die bessere Hälfte, die auch heute wieder arbeiten muss.

- Ich ziehe mich an und mach mich für den Besuch bei meinen Eltern fertig. Zuvor drucke ich noch das Reklamationsetikett von Amazon aus und habe ein schlechtes Gewissen, da diese Firma mit ihren Mitarbeitern angeblich auch nicht so gut umgeht, wie es sich mein humanistischer Geist wünschen würde.

- Ich bin spät dran und muss mich beeilen um den Bus zu erwischen, schaffe es aber noch rechtzeitig. Bei meinen Eltern angekomen entfällt der Mitleidsbonus, da meine Eltern ebenfalls gerade erst eine Erkältung überstanden haben. Statt mich zu bedauern werde ich nur von weitem begrüßt und gewinne den Eindruck, es wäre ihnen lieber wenn ich zuhause geblieben wäre. Verständlich. Aber ich habe nicht eingekauft und hab die Mahlzeit bei meinen Eltern fest eingeplant.

- Meine Schwester feiert heute ihren Geburtstag nach und ich überreiche ihr ein notfdürftig zusammengeschustertes Geschenk mit den Worten, dass das eigentliche Geschenk noch kommt. Ich konnte es nicht mehr rechtzeitig besorgen und fühle mich schlecht deswegen.

- Es gibt Kuchen und die üblichen Gesprächsfloskeln meiner Familie. Ein typisches Familienfest, leider sind nicht alle da.

- Ich stelle fest, dass mein Kater noch fetter geworden ist, als das letzte mal, als ich ihn gesehen habe. Ich fordere meine Eltern auf, ihn auf Diät zu setzen und gerate mit meinem Vater darüber in Streit, dass 6 Kilo für eine normale Hauskatze in der Größe unseres Katers einfach 1 1/2 kg zu viel sind. Es endet damit, dass ich drei mal wiederholen muss, wie sehr die Katze nach einem Sprung auf meinen Schoß geschnauft hat und ich den Kater mit Rainer Calmund vergleiche.

- Zwischenzeitlich fange ich an zu schwächeln und lege mich auf die Couch um etwas zu dösen.

- Um die Wartezeit auf das Abendessen zu überbrücken sehe ich mir auf Einsplus (oder so) eine Comedysendung an, deren Höhepunkt ein großer, glatzköpfiger Mann ist, der auf einem weißen Vibrator “Er gehört zu mir” von Marianne Rosenberg performt.

- Das Abendessen ist wie immer sehr gut. Ich bekomme eine riesen Suppenschüssel und die Müslischalen mit nach Hause, die mein Schwager in Spe meiner Schwester ausgeredet hat. Das passte ganz gut, denn ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, mir genau diese Schalen selbst zu kaufen. Dennoch denke ich erneut mit Schrecken darüber nach, dass ich das ganze Zeug, was meine Mutter mir nach Besuchen immer mitgibt, irgendwann mal “umziehen” muss. Mir graut es davor. Als ich also vollbeladen aus dem Auto aussteige (den Bilderrahmen musste ich ja auch mitnehmen) muss ich mich von meinem Schwager in spe  fragen lassen, ob meine Schwester oder ich Geburtstag hatten.

- Jetzt liege ich im Bett und schreibe diesen Artikel. Ich werde noch ein paar Folgen Star Trek gucken und mich dann ins Land der Träume verabschieden. Ich hoffe, ich bin morgen wieder einigermaßen fit, denn morgen muss ich arbeiten…

Bevor das Jahr zuende geht…

31. Dezember 2013

Noch schnell ein kleiner Post.

Fall Sie jetzt einen Jahresrückblick oder eine Bewertung von 2013 erwarten muss ich Sie leider enttäuschen.

Ich will jetzt nicht sagen, dass es ein Jahr war wie jedes andere auch – davon kommen hoffentlich noch ganz viele, die immer anders sind. Aber es war eben nur ein weiteres Jahr Leben auf diesem Planeten der von Menschen bevölkert wird, die nichts besseres zu tun haben, als an der Supermarktkasse zu drängeln und die Umwelt zu verschmutzen. Dass ich meine Mitmenschen nur bedingt beeinflussen kann, habe ich mittlerweile gelernt und habe ein Stück weit von meinem Narzismus ablassen können. Es gelingt mir immer öfter, mich nicht mehr über SUVs aufzuregen und darüber, dass die Leute mit gutem Gewissen viel zu viel Fleisch verspeisen und damit die unwürdigen Haltungsbedingungen der “erzeugten” Tiere unterstützen. So fühle ich mich immer öfter “comfortably numb” diesen Problemen gegenüber und habe damit ausreichend Zeit, mich wieder den überzogenen Erwartungen an mich selbst zu widmen.

Wo ich nächstes Jahr hin will steht noch nicht fest. Das Ziel, einen Job aufzunehmen und ein “geregeltes” Einkommen zu haben, habe ich gerade erreicht. Blut, Schweiß und Tränen stecken darin. Und es ist schön, dass es endlich geschafft ist.

Schauen wir mal.

 

Merke…

15. Dezember 2013

die Vorwahl von Düsseldorf ist 0211.

Mit nur einer Null am Anfang. Nicht zweien.

Konzentration ist auch bei den anderen Ziffern angesagt. Ansonsten landet man im Südsudan.

Oder Algerien.

Oder in Jerusalem.

Ich weiß es nicht.

Ich hab die Sprache nicht verstanden.

Mir stinkts!

3. Dezember 2013

In letzter Zeit nehme ich den Gestank in meiner Stadt besonders intensiv wahr. Autoabgase. Rauchschwaden von verkokeltem Müll in den Aschenbechern an der Bushaltestelle…Ekelhaft. Und wahrscheinlich auch sehr ungesund. Am schlimmsten ist es, mit dem Fahrrad hinter einem Diesel den Berg rauf zu fahren. Und von letzteren beiden gibts hier verdammt viele. Bäh!

Zu Weihnachten wünsche mir ein großes Pappschild auf dem steht:

EURE AUTOS STINKEN!

Ob es was helfen würde weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird man nur blöd angeguckt oder angepöbelt. Ganz in Wuppertaler Manier. Egal. Irgendwo muss mein Frust ja hin.

 

10 Fragen (von Svü)

28. November 2013

Die liebe Svü beantwortete ihrerseits 10 Fragen und bat mich, das ebenso zu tun, damit ich mal wieder blogge. Sehr gut! Bin ich doch schon wieder weit unter meinem Soll und kann so leichter etwas füllen…

Es ist übrigens nicht so, dass ich keine Ideen hätte. 
Es fehlt an der Zeit und der Konzentration um sie umzusetzen... 
(Verdammtes Anspruchsdenken!!!)

1. Wenn es einen Buch/Film Hype gibt… folgst du dem dann sofort? Oder wartest du bis du dich mit beschäftigst? Oder ignorierst du es gar ganz?

Oftmals bekomme ich den Hype zuerst garnicht mit, da ich wenig Fernsehen schaue und nur die Dinge lese, die mich interessieren. Wenn ich den Hype um einen Film oder ein Buch tatsächlich mal mitbekomme, dann passiert es oft, dass ich die Sache erstmal (fast ungesehen) ablehne, einfach weil ich das Phänomens des Hypes nicht mag und mich vom “auf der Welle schwimmen” IMMER zuerst distanziere. Hat vielleicht was damit zu tun, dass meine Mutter immer (meisten mit Wut-verzerrtem Gesichtsausdruck) zu mir sagte “… UND WENN DIE ANDEREN KINDER VON DER MÜNGSTENER BRÜCKE SPRINGEN, SPRINGST DU DANN HINTERHER???” und mich das irgendwann davon überzeugt hat, nicht mehr eine Levis-Jeans haben zu wollen. Außerdem sind gehypte Sachen manchmal auch gar nicht so toll wie es den Anschein hat…

2. Welche war deine erste eigene CD? Und würdest du sie jetzt immer noch mögen?

Die erste CD die ich (zu meinem ersten Cd-Player von meinen Eltern) von meinem Bruder bekam, war Wizo’s Herrenhandtasche und die mag ich auch heute noch. Konträr dazu habe ich mir selbst die Single-Auskopplung von Blümchens “Herz-an-Herz” gekauft. Und das ist eine Nummer, die ich-wenn überhaupt- nur noch im betrunkenen Zustand ertragen kann.

3. Hand aufs Herz. Welchen “Promi” magst du wirklich? Warum?

Ich habe mal geträumt, ich würde mit Robert Smith von The Cure spazieren gehen und tiefsinnige Gespräche mit ihm führen. Irgendwie muss mich der Typ mal beeindruckt haben… Ansonsten vergöttere ich Michael Stipe, Bruce Springsteen und Farin Urlaub. Warum? Weil sie allesamt großartige Musiker sind und alle das “gewisse Etwas” haben. Was das ist, finden Sie am besten selbst raus!

4. Der Klassiker. 1000€, einfach so. Was tust du damit? (Mir fällt an dieser Stelle auf, dass ich damals bei dem “Was würdest du mit so viel und so viel und so viel Geld machen Dingen gar nicht mitgemacht habe, obwohl ich es eigentlich unbedingt wollte…)

Schulden tilgen. Ich hasse es, irgendwo “noch eine Rechnung offen” zu haben.

5. Auf ewig nur noch ein Urlaubsziel. Wohin geht es?

Ich würde sagen Amerika, da ist die Auswahl an Klimazonen schön groß und das Land dadurch sehr abwechslungsreich… Finden Sie das gemogelt? Na gut. Dann eben die Malediven. Sonne, Strand, Meer, Ruhe. Mein persönliches Refugium in stressigen Zeiten. (Wenigstens im Traum… )

6. Und könntest du dir vorstellen alleine in den Urlaub zu fahren? Und egal was du sagst: Warum?

Unbedingt. Die Gedanken wie Wolken vorbei und wegziehen lassen. Auf niemanden angewisen sein, machen können was und wann man möchte. Great! Manchmal ist es schön, mal nur für sich da zu sein und sich einfach treiben zu lassen.

7. Das Lieblingsgericht aus deiner Kindheit. Magst du es heute noch?

Nudeln mit Tomatensoße geraten nie auch der Mode! ;-)

8. Mit welchem Buchcharakter möchtest du mal einen Kaffee trinken? Meinetwegen auch Kakao oder Bier. ^^

Mit Demian (von Hermann Hesse). Falls das jemandem etwas sagt. Grandioses Buch. Grandios.

9. Wolltest du früher etwas lernen, was du dann nie gelernt hast und jetzt bereust?

Ich bereue nichts. Trotzdem würde ich heute gerne Cello oder Akkordeon spielen können… Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

10. Und weil ich Katjas total eigennützige Buch-Sortier-Frage so toll fand. Ablage! Wie sortierst du deinen Papierkram? Alles in einen Ordner Register? Viele Ordner? Jedes Jahr neu, oder sammeln bis der Ordner platzt?

Ich habe so eine dicke Ordnungsmappe vom Disounter mit Verschluss. Die hat mehrere zu beschriftende Fächer und man kann die Blätter einfach rein legen, da sie von drei Seiten geschlossen sind und somit nichts raus fallen kann, wenn die Mappe ganz zu ist. Beschriftet sind die Fächer z.B. mit “Mietvertrag/Wohnungsangelegenheiten”,”Strom/Gasanbieter”, “Krankenkasse”, “Steuer”,”Haftpflichtversicherung”, “Bank”, “Mobilfunkanbieter”, “Arbeitsverträge” etc. Das ist das Ordnungssystem für die Sachen, wo nicht viel neues reinkommt. Für Kontoauszüge  oder Abrechnungen, die jeden Monat kommen, habe ich jeweils einen separaten Ordner und die Sachen sammel ich auch. Bewerbungsunterlagen habe ich komplett sortiert in einem anderen Ordner, dort ist dann auch ein “Unterabteil” mit Kopien. Ich hatte mal Schwierigkeiten mit dem BAföG-Amt, hier habe ich den ganzen Wust – Bescheide, Schriftverkehr etc. alles in eine Mappe getan, so dass ich alles griffbereit hatte. Wenn ich mein Darlehen irgendwann zurückgezahlt habe, werde ich diese Mappe feierlich verbrennen. =)

Bei Abrechnungen vom Gas/Stromanbieter oder alten Mietverträgen/Nebenkostenabrechnungen ist es auch so, dass ich zwischenzeitlich mal ausmiste, da man die Sachen ja bezahlt hat oder der Vertrag sich verändert hat. Allerdings dauert das immer etwas, bis ich mich trenne…

Fragen beantwortet, Svü? =)

Gestern auf einem Bauwagenplatz gewesen und dort einem Punk-Konzert beigewohnt. Viele Menschen getroffen, die “ausgestiegen” sind. Für die Augen eines (derzeit funktionierenden) Rädchens der Gesellschaft kuriose Erscheinungen, die man wohl sonst nur in einer “Menschen hautnah”-Doku sieht.

Zum Beispiel Mascha. Mascha hat breite Schultern, die in einem Oliv-grünen Tank-Top stecken und bedeckt sind, von wunderschönem, langen braunem Haar. Normalerweise bleibt sie lieber in ihrem Wohnwagen und unterhält sich mit ihrem besten Freund Kruno. Nur selten traut sie sich hervor, aber wenn, dann sind alle begeistert und umarmen sie liebevoll. Mit ihrer tiefen Stimme hat sie für alle ein paar warme Worte übrig – außer für Ämter und Behörden, mit denen Ella gerade Stress hat.
Ella hat eine 9 jährige Tochter und derzeit Streit mit dem Jugendamt, da von der Mutter einer Klassenkameradin der Tochter behauptet wurde, Ella’s Tochter lebe mit ihr auf dem Bauwagenplatz. Das wäre aber nicht so, da dass Kind beim Vater leben würde und wenn überhaupt nur in den Ferien da ist. Und dann gerne. Deshalb will sie das Jugendamt verklagen. Warum weiß sie nicht – ihr wird schon etwas einfallen – denn eine laufende Klage (sei es gegen das Jugendamt oder die Krankenkasse) sollte man immer am laufen halten, damit man “denen”zeigt, dass man noch lebt. Ihr Vater hätte das der Rentenversicherung sogar mal beweisen müssen, da er zufällig aus dem System gefallen war.
Peter hingegen ist freiwillig aus dem “System” ausgestiegen. Derzeit lebt er von seiner Musik. Früher war er mal LKW-Fahrer, dann wurde er Salsa-Lehrer und jetzt bietet er gestressten End-Zwanzigern und Hausfrauen “Trommel-Kurse” an, bei denen ums Lagerfeuer und die Kongas getanzt wird. Außerdem ist er ein sehr passabler Schlagzeuger. Peter ist nicht krankenversichert und bezahlt seine jährlichen Zahnarztbesuche aus eigener Tasche. Derzeit ginge ihm sein Zahnarzt wohl auch mächtig auf die Nerven – ob wegen ausstehender Zahlungen oder einer anstehenden Behandlung bleibt mir unklar. Peter sagt, er müsse sich wegen der fehlenden Versicherung gut ernähren und auf sich aufpassen. Dehalb kauft er nur Produkte aus dem Bioladen, inklusive eines Wassers, das bei Mondschein “geerntet” wird. Zum Abschied schenkt er mir eine Flasche zum probieren.

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Das Leben auf dem Bauwagenplatz erscheint mir hart und ungemütlich – nicht nur weil wir bereits Oktober haben, es dort (normalerweise) kein elektrisches Licht bzw. Strom gibt und es, abseits der Feuertonne, recht “frisch” ist. Zwar gibt es immerhin ein abschließbares Plumpsklo mit Toilettendeckel und Toilettenpapier, dennoch vermisse ich eine “Spülung”, die unangenehme Gerüche beseitigt und einen Wasserhahn, um mir die Hände zu waschen.
Alle romantischen Vorstellungen vom Leben auf einem Bauwagenplatz sind gestern für mich in der Dunkelheit verschwunden. Für mich wäre das Leben dort einfach zu hart, weswegen ich mich zum “drinbleiben” entscheiden muss. (Oder aber zum Sommercamping) ;)

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